Lieferantenmanagement

Angesichts der voranschreitenden Globalisierung und der verstärkten Verlagerung der Wertschöpfung in die jeweiligen Absatzmärkte endet Nachhaltigkeit im Volkswagen Konzern nicht an den Werkstoren. An 39 Standorten in 23 Ländern stellt unser Beschaffungsnetzwerk im Volkswagen Konzern sicher, dass die Produktionsstätten nachhaltig und zu wettbewerbsfähigen Konditionen mit Produktionsmaterialien in der geforderten Qualität und Menge beliefert werden. Dabei betrug das Beschaffungsvolumen im Berichtsjahr 149,1 Mrd. €, was einer Zunahme von 2,5 % entspricht. Diese Zahlen enthalten auch die Werte unserer chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.

An den sechs inländischen Standorten der Volkswagen AG belief sich das Einkaufsvolumen im Geschäftsjahr 2015 auf insgesamt 28,0 (27,2) Mrd. €; inländische Lieferanten hatten einen Anteil von 65,9 (67,7) %. Auf Produktionsmaterial entfielen davon 22,6 Mrd. € des gesamten Beschaffungsvolumens, Investitionsgüter und Dienstleistungen machten 5,4 Mrd. € aus.

Volumen der Volkswagen Konzern-Beschaffung nach Marken und Märkten

Mrd. € 2015 2014 %
Volkswagen Pkw1 87,6 85,5 +2,4
Audi2 27 25,7 +4,9
ŠKODA 7,4 7,1 +4,0
SEAT 5,2 4,4 +18,5
Bentley 0,9 0,8 +10,2
Porsche 5,2 5,0 +4,6
Volkswagen Nutzfahrzeuge 2,7 2,6 +3,3
Scania 6,6 6,5 +2,0
MAN 6,6 7,8 –16,3
Volkswagen Konzern 149,1 145,5 +2,5
Europa/Übrige Märkte 99,5 93,4 +6,5
Nordamerika 7,3 6,3 +15,6
Südamerika 4,6 6,7 –31,4
Asien-Pazifik1 37,8 39,1 –3,3
   
1 Inklusive der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen.
2 Audi inklusive Lamborghini und Ducati.

Die mit der Internationalisierung unserer Beschaffung einhergehende Verantwortung übernehmen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten und Sublieferanten: Verantwortung für eine erfolgreiche Zukunft, für eine faire und soziale Gesellschaft und Verantwortung für die Umwelt. Nur in enger Kooperation mit unseren Geschäftspartnern kann es uns gelingen, die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen und einen Beitrag zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen zu leisten. Um diese Ziele zu erreichen, haben wir das Konzept „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ bereits im Jahr 2006 implementiert und entwickeln dieses kontinuierlich weiter.

Nachhaltigkeitsanforderungen

Als Basis des Konzepts „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ gelten die „Anforderungen des Volkswagen Konzerns zur Nachhaltigkeit in den Beziehungen zu Geschäftspartnern (Code of Conduct für Geschäftspartner)“. Sie formulieren die Erwartungen des Volkswagen Konzerns an das Verhalten von Geschäftspartnern in Bezug auf zentrale Umwelt-, Sozial- und Compliance-Standards. Durch die vertragliche Integration der Nachhaltigkeitsanforderungen in den Beschaffungsprozess möchten wir sicherstellen, dass unsere Nachhaltigkeitsstandards in der gesamten Lieferkette weltweit eingehalten werden. Grundlage für diese Anforderungen sind die Prinzipien des UN Global Compact, die Charta der Internationalen Handelskammer für eine langfristige und tragfähige Entwicklung sowie die einschlägigen Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation. Ergänzt werden diese Anforderungen durch die Volkswagen Umweltpolitik, die daraus abgeleiteten Umweltziele und Umweltvorgaben, die Qualitätspolitik sowie die Erklärung sozialer Rechte von Volkswagen.

Vor Abgabe eines Angebots müssen unsere Lieferanten die Kenntnisnahme der Nachhaltigkeitsanforderungen bestätigen und diese Kenntnisnahme nach dem Ablauf einer Frist von zwölf Monaten aktualisieren. Seit November 2013 sind die Anforderungen für alle Lieferanten der allgemeinen Beschaffung und seit Januar 2014 auch für alle Lieferanten von Produktionsmaterialien vertraglich integriert. Die Anforderungen gelten für alle beschafften Waren und Dienstleistungen weltweit.

Unter Anwendung der drei Säulen Anforderungen, Monitoring und Entwicklung des Konzepts „Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen“ überprüfen und entwickeln wir die Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferanten fortlaufend.

Grafik: Drei Säulen Konzept

Risikoanalyse und Prävention

Um schon vor Verhandlungen mit potenziellen Lieferanten eine Einschätzung zu sozialen, ökologischen und menschenrechtsbezogenen Risiken der jeweiligen Standorte der Lieferanten zu erhalten, wendet der Volkswagen Konzern eine Länderrisikoanalyse an. Diese wird aus Daten Dritter sowie aus internen Erfahrungswerten gespeist. Auf dieser Basis wurden u. a. Brasilien, Indien, China, Mexiko und Russland als die Länder identifiziert, in denen ein erhöhtes Risiko der Nichteinhaltung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen besteht. Wir legen deshalb bei der Lieferantenentwicklung einen besonderen Fokus auf diese Länder. Um aktuelle Entwicklungen ebenso wie langfristige strukturelle Herausforderungen in den einzelnen Ländern zu identifizieren, setzen wir auf den ständigen Austausch zwischen unseren Marken und Regionen im Rahmen von regelmäßigen Treffen und Videokonferenzen des Beschaffungsnetzwerks Nachhaltigkeit. In diesem Netzwerk findet ein kontinuierlicher Informationsaustausch zwischen den rund 20 Experten aus weltweiten konzerninternen Beschaffungsorganisationen statt.

Zudem unterzieht der Volkswagen Konzern potenzielle Geschäftspartner einem Integritätscheck (Business-Partner-Check). Insbesondere durch die Betrachtung der gesellschaftlichen Integrität des potenziellen Geschäftspartners wollen wir das Risiko einer geschäfts- und unternehmensschädigenden Zusammenarbeit vermeiden. 

Zusätzlich beobachtet und analysiert das Risikomanagement der Beschaffung die finanzwirtschaftliche Stabilität der Lieferanten kontinuierlich. Ein System verschiedener Maßnahmen trägt dazu bei, Versorgungsrisiken aufgrund von Lieferantenausfällen zu vermeiden. Außerdem werden durch geeignete Maßnahmen die finanziellen Folgen von Krisen und Insolvenzen in der Lieferantenkette minimiert.

Im Rahmen unserer Frühwarnsysteme werden darüber hinaus zum Beispiel Presse-/Internetscreenings zu relevanten Nachhaltigkeitsthemen durchgeführt. Bei Relevanz werden die Informationen den entsprechenden Stellen innerhalb der Beschaffung zur Unterstützung von Prozessen und Entscheidungen zur Verfügung gestellt.

Qualifizierung von Mitarbeitern und Lieferanten

Zur Festigung des Konzepts im gesamten Konzern sensibilisieren und schulen wir unsere Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit. Für alle Mitarbeiter der Beschaffung ist das Thema „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ fester Bestandteil des Kompetenzprofils. Insgesamt wurden 2015 mehr als 1.900 Einkäufer in diesem Bereich qualifiziert.

Um eine kontinuierliche Lieferantenentwicklung zu ermöglichen, stellen wir allen Lieferanten im Verlauf der Geschäftsbeziehung ein elektronisches Lernmodul Nachhaltigkeit (E-Learning) in allen Sprachen der definierten Risikoländer zur Verfügung. Hat ein Lieferant dies absolviert, durchläuft er einen Abschlusstest. Im Jahr 2015 konnten wir hierbei wichtige Fortschritte erzielen. So haben bis zum Berichtsjahr 19.598 Lieferanten das E-Learning absolviert, was einer Abdeckung von 80 % des Umsatzes entspricht. Dieses Tool steht sowohl den Mitarbeitern des Lieferanten als auch den Mitarbeitern der Beschaffung der Volkswagen AG zur Qualifizierung zur Verfügung.

Status E-Learning „Nachhaltigkeit"

  Anzahl
2015 + 2014 + 2013 + 2012
Status 2015, umsatzbasiert Ziel 2015, umsatzbasiert Ziel 2016, umsatzbasiert
E-Learning 19.598 80 % 73 % 83 %

Neben dem E-Learning führen wir mit unseren Lieferanten themenspezifische Nachhaltigkeitstrainings und -workshops an ausgewählten Standorten durch. Im Berichtszeitraum fanden Veranstaltungen in Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika statt. Es wurden insgesamt 477 Mitarbeiter unserer Lieferanten zum Thema Nachhaltigkeit qualifiziert. Der Fokus dieser Veranstaltungen lag auf dem Thema „Soziale Rechte von Mitarbeitern“.

Lieferantenmonitoring

Unsere Geschäftspartner sind im Verlauf des Geschäftsprozesses aufgefordert, den Fragebogen Nachhaltigkeit auszufüllen und zu dokumentieren, welche Maßnahmen sie in ausgewählten Bereichen umgesetzt haben. Der Fragebogen deckt die Bereiche ab, die für die Volkswagen AG relevant sind:

  • Kooperation und Zusammenarbeit – auch mit Sublieferanten
  • Verantwortung für die Umwelt
  • Rechte der Mitarbeiter
  • Transparente Geschäftsbeziehungen

Bis zum Berichtsjahr haben 18.189 unserer Lieferanten den Fragebogen beantwortet. Dies entspricht einer Abdeckung von 91 % des Gesamtumsatzes.

Status Fragebogen „Nachhaltigkeit"

  Anzahl
2015 + 2014 + 2013 + 2012
Status 2015, umsatzbasiert Ziel 2015, umsatzbasiert Ziel 2016, umsatzbasiert
Fragebogen Nachhaltigkeit (Selbstauskunft) 18.189 91 % 89 % 93 %

Unseren Fragebogen Nachhaltigkeit überführen wir ins branchenweite Self-Assessment-Questionnaire, das gemeinsam mit anderen Automobilkonzernen in der bei CSR Europe angesiedelten Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette entwickelt wurde. Mit Hilfe der Ergebnisse der Selbstauskunft identifizieren wir Maßnahmen zur Performanceverbesserung und kommunizieren diese an unsere Lieferanten. Es werden hierbei also bedarfsgerechte und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance an unsere Lieferanten gegeben.

Zudem erwarten wir von unseren Lieferanten, dass sie selbst Verantwortung übernehmen. So wird von den Hauptlieferanten ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 und/oder EMAS gefordert. 84 % unserer Hauptlieferanten haben dies dokumentiert. Im Rahmen der Umweltzertifizierung und Auditierung der Standorte der Volkswagen AG nach EMAS und ISO 14001 werden auch die auf dem Werksgelände tätigen umweltrelevanten Dienstleister und Lieferanten regelmäßig überprüft.

Umsatzbasierte Anteile von Umwelt- und Sozialzertifikaten bei Hauptlieferanten

  2015 2014 2013 2012
Umweltzertifikate (EMAS, ISO 14001)        
Geprüft1 49 % 48 % 44 % 30 %
Selbstauskunft 35 % 39 % 40 % Nicht berücksichtigt
Summe 84 % 87 % 84 % Nicht berücksichtigt
Sozialzertifikate (OHSAS 18001, SA8000,
AA 1000)
       
Geprüft1 (Summe) 9 % 8 % 6 % Nicht berücksichtigt
 
1Bezogen auf alle Lieferanten beträgt der Anteil bei EMAS/ISO 14001 79% und bei den Sozialzertifikaten 9%.

Ausgewählte Geschäftspartner, bei denen mit Hilfe des Self-Assessments oder des internen Analysesystems ein erhöhtes Risiko für Nachhaltigkeitsverstöße festgestellt wurde, werden mittels Third-Party-Nachhaltigkeitsaudits überprüft. Werden bei der Auditierung Verstöße oder Entwicklungspotenziale identifiziert, erstellen wir in Zusammenarbeit mit dem Lieferanten einen Maßnahmenplan zur Verbesserung der Situation und unterstützen bei der Umsetzung. Bei gravierenden Verstößen seitens eines Lieferanten wird ein sogenannter Ad-hoc-Fall eröffnet. In 2015 hat ein unabhängiger externer Dienstleister insgesamt 26 Audits durchgeführt, aus denen 14 Ad-hoc-Fälle resultierten. Dieses Ergebnis beweist die Zuverlässigkeit des Instruments und hilft uns, unsere Maßnahmen noch zielgerichteter und effizienter umzusetzen.

Umgang mit Verstößen

Wenn zu vermuten ist, dass direkte Lieferanten oder Sublieferanten unsere Nachhaltigkeitsanforderungen nicht erfüllen, bitten wir diese um eine schriftliche Stellungnahme auf Grundlage eines standardisierten Berichts (sogenannter 6D-Report). Im Umfang von sechs von uns festgelegten Dimensionen können unsere Geschäftspartner den Sachverhalt und korrigierende Maßnahmen darstellen. Sind die Antworten nicht zufriedenstellend, ergreifen wir weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Prüfung von Dokumenten, Vor-Ort-Besuche bei Lieferanten oder auch weitere Qualifizierungsmaßnahmen für Lieferanten.

Liegt ein Ad-hoc-Fall oder ein Verdachtsmoment vor, übernimmt das Ad-hoc-Expertenteam in Wolfsburg, ggf. gemeinsam mit dem Ad-hoc-Expertenteam der jeweiligen Marke oder Region, deren Lieferant betroffen ist, die Koordination der Umsetzung eines Maßnahmenkatalogs.

Ad-hoc-Expertenteam:

Jede Marke und jede Region hat ein Ad-hoc-Expertenteam etabliert. Die Mitglieder der Teams bilden unter anderem Experten aus Fachbereichen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umwelt und Personal. Mit Hilfe dieses Ansatzes können wir alle Themen potenzieller Ad-hoc-Fälle abdecken und effizient adressieren. Im Berichtsjahr konnten so mit den betroffenen Lieferanten spezifische Verbesserungsmaßnahmen vereinbart und die Nachhaltigkeitsperformance deutlich optimiert werden. Das Ad-hoc-Expertenteam in Wolfsburg wirkt dabei unterstützend und koordinierend.

Beispiel Ad-hoc-Fall:

Im Jahr 2015 wurden bei einem unangekündigten Besuch bei einem Lieferanten Verstöße im Bereich der Arbeitssicherheit festgestellt. Vor Ort wurde mit dem Lieferanten unmittelbar ein Maßnahmenplan erstellt, der unter anderem die Einführung einer Beschilderung der Notausgänge und das korrekte Anbringen von Feuerlöschgeräten beinhaltete. Durch die erfolgreiche Umsetzung des Maßnahmenplans durch den Lieferanten konnten die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter des Zulieferers nachhaltig verbessert werden.

Ad-hoc-Fälle 2015

Geografische Verteilung*   Inhaltliche Verteilung   Art des Lieferanten  
Europa 26 Fälle Soziales 30 Fälle Direkter Lieferant 38 Fälle
Asien 14 Fälle Umwelt kein Fall Beteiligung Unterlieferant 4 Fälle
Nordamerika 1 Fall Compliance 3 Fälle    
Afrika 1 Fall Diverse Themen 9 Fälle    
 
*Russland und die Türkei werden bei der geografischen Verteilung Asien zugewiesen.

Zusätzlich zu diesen Ad-hoc-Fällen wurden von der Revision im Zusammenhang mit Prüfungen in weiteren 42 Fällen Maßnahmen gegen Lieferanten vereinbart. Hierbei handelt es sich um Lieferanten, bei denen aufgrund von Hinweisen oder regulären Programmprüfungen nicht regel- bzw. vertragskonformes Verhalten festgestellt wurde.

Aufgrund von diesen und den oben beschriebenen Ad-hoc-Fällen wurden im Jahr 2015 21 Geschäftsbeziehungen beendet. Der Anstieg der beendeten Geschäftsbeziehungen steht in engem Zusammenhang mit Verfahren, die aufgrund der Prüfungsergebnisse der internen Revision eingeleitet wurden.

Bei internen oder externen Verdachtsmomenten hinsichtlich möglicher Verstöße gegen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen, insbesondere im Bereich Einschränkung der Menschenrechte, dient die Adresse sustainability(at)vwgroupsupply.com als Anlaufstelle.

Darüber hinaus besteht für Mitarbeiter wie für Externe die Möglichkeit, potenzielle Verstöße an die nationalen oder internationalen Arbeitnehmervertretungen des Volkswagen Konzerns sowie die nationalen oder internationalen Gewerkschaftsverbände zu adressieren und sich an das Ombudsmann-System des Volkswagen Konzerns zu wenden. Über dieses System können vertrauliche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten an zwei vom Konzern beauftragte externe Rechtsanwälte gemeldet werden. Seit 2014 können Hinweisgeber zusätzlich auch über einen Online-Kanal anonym mit den Ombudsmännern kommunizieren.

Dialog

Darüber hinaus diskutieren wir das Konzept und die Organisation zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstandards auch über Stakeholderdialoge. Mit Hilfe dieses qualifizierten Austausches mit Vertretern aus der Politik, aus der Zivilgesellschaft, aus der Wissenschaft, von NGOs wie auch von anderen Unternehmen und unseren Zulieferern stellen wir eine kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Konzepts sicher.

Weiterhin schaffen wir durch unser Engagement in nationalen sowie internationalen Industrie- und Branchenverbänden gemeinsam mit anderen Automobilherstellern konzernübergreifende Kommunikationsplattformen, um die Nachhaltigkeit in der Lieferkette zielstrebig voranzutreiben. So ist der Volkswagen Konzern unter anderem Mitglied im Verband der Automobilindustrie e.V. (VDA) und bei econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft e.V. In der europäischen Automotive-Arbeitsgruppe zu Nachhaltigkeit in der Lieferkette entwickeln wir innerhalb des Unternehmensnetzwerks CSR Europe einen anerkannten Referenzrahmen für Unternehmen in der Automobilindustrie. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe wurde in diesem Rahmen beispielsweise der branchenweite Fragebogen zur Selbstauskunft über die Nachhaltigkeitsperformance (Self-Assessment) erarbeitet.

Bei der strategischen Weiterentwicklung unserer Lieferanten spielt auch die Initiative FAST (Future Automotive Supply Tracks) eine entscheidende Rolle. FAST ist die zentrale Initiative der Konzernbeschaffung, um den Volkswagen Konzern und sein Lieferantennetzwerk zukunftssicher weiterzuentwickeln und Lieferanten früh und intensiv in zentrale Themen einzubinden. Neben Innovation und Globalisierung stehen auch Nachhaltigkeitsthemen im Fokus von FAST.

Fazit

Grundsätzlich steht bei allen Prozessschritten und bei allen Maßnahmen der Lieferantenentwicklung der faire, partnerschaftliche Dialog im Vordergrund. Zentrales Ziel ist eine kontinuierliche und nachhaltige Zusammenarbeit. In diesem Sinne suchen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten nach weiteren Möglichkeiten, die Ressourceneffizienz zu steigern und Arbeitsbedingungen laufend zu verbessern.

Der  Volkswagen Konzern behält sich das Recht vor, die Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen bei Geschäftspartnern durch interne Experten oder durch ein externes Audit, wie oben erläutert, zu prüfen. Werden unsere Nachhaltigkeitsanforderungen nicht eingehalten, beenden wir in Extremfällen die Geschäftsbeziehung, insbesondere dann, wenn der Lieferant keine Bereitschaft zur Entwicklung zeigt. Vorrangig gilt jedoch das Ziel, durch partnerschaftlichen Dialog und die Entwicklung unserer Geschäftspartner eine nachhaltige Lieferkette zu schaffen und so Verstößen gegen unsere Nachhaltigkeitsanforderungen proaktiv entgegenzutreten.

Ausblick 2016

Wir haben uns für 2016 das Ziel gesetzt, die Anzahl der Nachhaltigkeitsaudits zu erhöhen und in mehreren Ländern mit unseren Lieferanten Trainings zum Thema Nachhaltigkeit durchzuführen. Des Weiteren werden wir unser Engagement in branchenweiten Arbeitsgruppen und Initiativen noch intensiver gestalten. Insbesondere wollen wir den in der Arbeitsgruppe CSR Europe entwickelten Fragebogen weiter etablieren und die Ergebnisse verstärkt für unsere Prozesse im Beschaffungsnetzwerk des Volkswagen Konzerns nutzen. Darüber hinaus werden wir die OECD Due Diligence Guidance for Responsible Supply Chains of Minerals from Conflict-Affected and High-Risk Areas umsetzen (Volkswagen Leitlinie Konfliktrohstoffe) und in die Verträge mit Lieferanten integrieren.