Umweltmanagement

Umweltschutz hat im Volkswagen Konzern eine lange Tradition. Unsere Umweltstrategie setzt verbindliche und messbare Ziele entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um den Umweltschutz im Konzern weiterzuentwickeln.

Handlungsfelder in diesem Kapitel entsprechend der Wesentlichkeitsanalyse:

  • Ressourcenschonung über Lebenszyklus
  • Umweltfreundliche Produkte/Elektrifizierung
  • Klima- und Umweltschutz
  • Intelligente Mobilität und Vernetzung

Mit der Umsetzung und Überprüfung unserer konzernübergreifenden Umweltstrategie verfolgt Volkswagen das Ziel, ökologisch an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen. Sie bildet den Rahmen für die Weiterentwicklung des Umweltschutzes im Konzern.

Wir wollen Vorbild sein beim Thema Umwelt. Dazu gehören folgende Zielfelder:

  • Kontinuierliche Reduktion des Carbon Footprints
    In unseren Produkten verbinden wir Spitzentechnologie, Komfort und Sicherheit mit geringerem Verbrauch und sinkenden CO2-Emissionen. Fokus ist der Ausbau von Technologien rund um Elektrofahrzeuge. Langfristiges Ziel ist eine CO2-freie Mobilität.
  • Minimaler Ressourcenverbrauch
    Die Auswirkungen unserer Produkte auf die Umwelt betrachten wir ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus. Dabei sind der Schutz der Umwelt und insbesondere die Schonung endlicher Ressourcen unsere zentralen Anliegen. Unsere Maßnahmen zielen auf eine effiziente Produkt- und Prozessgestaltung, den Einsatz innovativer Umwelttechnologien und eine nachhaltige Energieversorgung ab.
  • Durchgängige Verankerung im Unternehmen
    Die Mitarbeiter des Volkswagen Konzerns sind qualifiziert und handeln ökologisch verantwortungsvoll. Unsere Stärke ist, das Wissen der Mitarbeiter unserer Marken und Regionen im Rahmen eines Best-Practice-Austauschs zu bündeln und konzernweit zu nutzen.

Die weitere Ausarbeitung der Umweltstrategie findet derzeit im Unternehmen statt. Dabei untersuchen wir auch, wie wir als global agierendes Unternehmen weiterhin die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen aktiv unterstützen können.

Gemäß unserem Konzernziel sind alle Fahrzeuge so zu entwickeln, dass sie ganzheitlich bessere Umwelteigenschaften über den gesamten Lebenszyklus aufweisen als ihre Vorgänger. In der Produktion wollen wir je produziertes Fahrzeug die fünf wesentlichen Umweltkennzahlen Energie- und Wasserverbrauch, Abfälle zur Beseitigung sowie CO2- und VOC-Emissionen bis 2018 im Vergleich zu 2010 um 25 % verringern. 

Organisation – Politik und Leitlinien

Unsere ehrgeizigen Ziele können wir nur deshalb erreichen, weil wir umweltrelevante Aspekte in unseren Organisations- und Entscheidungsprozessen fest verankern. Die Grundlage liefert unser Umweltmanagementsystem, das seit vielen Jahren im Konzern etabliert ist.

Die zentralen Orientierungspunkte für alle Umweltschutzaktivitäten des Volkswagen Konzerns sind unsere weltweit geltenden Grundsätze, die wir über die Jahre hinweg kontinuierlich ausgeweitet und weiterentwickelt haben. Verbindlich für alle Marken im Konzern sind:

Alle Verantwortlichen im Konzern, bei den Marken und an den Standorten sind zur Einhaltung der Umweltgrundsätze verpflichtet. Die jeweilige Umweltpolitik und die Ziele der Marken VW Pkw/ VW Nutzfahrzeuge, Audi, Bentley, Lamborghini, MAN, Porsche, Scania, ŠKODA und SEAT leiten sich ebenfalls aus diesen ab.  

Die GreenFuture - Strategie von ŠKODA

Die GreenFuture-Strategie bindet ökologische Aspekte ein, mit Maßnahmen am Produkt, in der Produktion und auf der Ebene der Prozesse. Nachhaltige Aspekte werden von ŠKODA AUTO über alle Phasen des Produktlebenszyklus bedacht, gelenkt von verschiedenen Standards, wie z. B. ISO 14001 (Umweltschutzmanagement) und seit 2013 auch ISO 50001 (Energiemanagement). Alle Investitionsprojekte werden hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeitsauswirkungen bewertet. Die Strategie vereint unsere Umweltaktivitäten unter einem Dach, gestützt durch die drei Säulen GreenFactory, GreenProduct und GreenRetail, jede mit ihren eigenen speziellen Anforderungen.

Von den 119 Fertigungsstätten des Konzerns verfügten 96 Standorte Ende 2015 über ein gültiges ISO-14001-Zertifikat. Neben den Produktionsstandorten der Marke Volkswagen haben auch Standorte von Audi, Lamborghini und Porsche ihre Energiemanagementsysteme nach der noch jungen Norm ISO 50001 zertifizieren lassen. Alle Tochterunternehmen von Porsche sind außerdem gemäß Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) auditiert. Für den Standort Wolfsburg als Standort der Technischen Entwicklung wurde entschieden, die EMAS-Registrierung für das Jahr 2015 vorübergehend auszusetzen. Die Rezertifizierung des Umweltmanagmentsystems in der Technischen Entwicklung der Marke Volkswagen wurde 2016 nach dem neuen Standard ISO14001:2015 erfolgreich durchgeführt. Wesentliche Neuerungen des neuen ISO-Standards umfassen die Einführung der sogenannten „High Level Structure“ , eine stärkere Berücksichtigung von Umweltaspekten entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie einen integrierten risiko- und chancenbasierten Kontextansatz.

Seit 2009 wird  in der Technischen Entwicklung zusätzlich die „Integration von Umweltaspekten in die Produktentwicklung der Marke Volkswagen“ gemäß ISO TR 14062 zertifiziert.

Standorte mit Umweltzertifizierungen

in Klammern Vorjahr

EMAS ISO 14001 ISO 50001
22 (22) 95 (89) 35 (22)
 
Einige Standorte setzen sowohl EMAS als auch ISO 14001 um.
Eine Liste aller zertifizierten Standorte finden Sie unter "Ergänzende Informationen".

Umweltschutz-Gremien des Konzerns

Die höchste Entscheidungsinstanz in Umweltbelangen ist der Konzernvorstand, der seit 2012 zugleich als Nachhaltigkeitsboard fungiert. Der Steuerkreis Nachhaltigkeit berichtet regelmäßig direkt an das Nachhaltigkeitsboard. Er setzt sich aus Vertretern von Konzernstellen, Marken und Gesellschaften zusammen. Die konzernweite Steuerung des Umweltschutzes erfolgt durch den Konzern-Steuerkreis Umwelt und Energie, der von zahlreichen Fachgremien gespeist wird, wie beispielsweise:

  • der Konzern-Arbeitskreis Life Cycle Engineering
  • der Konzern-Arbeitskreis Ressourceneffizienz
  • der Konzern-CO2-Steuerkreis
  • der Lenkungsausschuss Fahrzeugrecycling und 
  • der Konzern-Arbeitskreis Energie

In diesen Gremien erfassen und analysieren wir Chancen und Risiken. Die Marken und Gesellschaften sind für die Umweltorganisation in ihren Zentralen und Standorten eigenverantwortlich zuständig, leiten ihre Tätigkeiten aber von den konzernweit geltenden Grundsätzen ab. Die verschiedenen Geschäftsbereiche des Unternehmens werden im Konzern-Steuerkreis Umwelt & Energie über Module abgedeckt, die die gesamte Wertschöpfungskette umfassen (Life Cycle Ansatz).

Zur Identifikation und Umsetzung von Einsparmaßnahmen an den Standorten ist in 2014 die Task Force Umwelt aufgebaut worden. Dieses Analyseteam aus der Konzernforschung Umwelt dient als vernetzender Baustein zwischen Planung, Instandhaltung und Betrieb und schließt so den Zwischenraum durch zusätzliche Kapazität und Wissen aus den Standorten.

Durch das breite Know-how der Task Force Umwelt, die vielen guten Lösungen und Ideen der Standortkollegen und den Maßnahmentransfer über massnahmen@web wird ein konzernweiter Austausch vorangetrieben.

An den komponentenfertigenden Standorten der Marke VW arbeitet das Team Hand in Hand mit dem Energiemanagement der Komponentenplanung, das ebenfalls bei der Potenzialfindung unterstützt.

Bis einschließlich 2015 war die Task Force Umwelt weltweit an 16 Standorten unterwegs und hat dabei Einsparpotenziale in Höhe von 4,6 Mio. € identifiziert.

Einbindung der Mitarbeiter

Nur eine informierte und qualifizierte Belegschaft kann die aus unserer Umweltstrategie abgeleiteten konkreten Maßnahmen umsetzen und gesetzte Ziele erreichen. Bereits seit 1976 treffen sich die Umweltbeauftragten der europäischen Standorte regelmäßig zum Austausch. Seit 1998 finden zudem regelmäßig Konzern-Umweltkonferenzen statt, bei denen die Umweltbeauftragten und -experten des Konzerns über Strategien, Maßnahmen und Projekte diskutieren und gemeinsam Aktionspläne erarbeiten. Seit 2013 gibt es „Botschafter“: Das sind zu Umweltthemen speziell geschulte Sachkundige. Inzwischen sind weltweit mehr als 1.000 davon als direkte Ansprechpartner und Multiplikatoren für die Mitarbeiter in der Produktion aktiv. Eine spezielle Weiterbildung erhalten sogenannte Sachkundige für Energie (SfE). Allein im Werk Wolfsburg unterstützen über 70 SfE die Kollegen dabei, Energie zu sparen. Zudem sind marken- und bereichsübergreifende Steuer- und Arbeitskreise sowohl auf Management- als auch auf Expertenebene tätig. Die Einbeziehung unserer Mitarbeiter wird durch ein Intranetportal unterstützt, das Best-Practice-Beispiele vorstellt und den direkten Kontakt zu allen verantwortlichen Kollegen ermöglicht. Darüber hinaus stellt das Portal grundlegende Regeln und Tipps zum Energiesparen bereit – unter anderem aus dem zentralen Ideenmanagement.

Als weiterer Baustein der organisierten Einbindung der Mitarbeiter in das Erreichen der Umweltziele des Volkswagen Konzerns gilt für die Werke der Volkswagen AG (inkl. der Technischen Entwicklung in Wolfsburg) bereits seit 1995 eine „Betriebsvereinbarung Umweltschutz“, die zuletzt 2013 erneuert wurde. Sie motiviert die Mitarbeiter den Umweltschutz in die tägliche Arbeit zu integrieren. Die Ziele und Maßnahmen des Umweltmanagements werden so in der Produktionswirklichkeit aller Fertigungsstätten und in den Entwicklungsaktivitäten gelebt. 

Klimawandel

Volkswagen begrüßt das Ergebnis der Klimakonferenz COP 21 der UN im Dezember 2015. Die Verhandlungsparteien einigten sich auf das ambitionierte Ziel einer Klimaerwärmung von unter 2 Grad Celsius.

Unsere Berechnungen haben ergeben, dass der größte Hebel zur Reduzierung unseres globalen CO2-Fußabdrucks in der Optimierung der CO2-Emissionen der Fahrzeugflotte liegt. Gestützt wird diese Einschätzung durch das Scope-3-THG-Emissionen, das wir seit 2012 veröffentlichen und dem zufolge 75 % der gesamten CO2-Emissionen in der Nutzungsphase entstehen.

Deshalb kommt der Antriebs- und Kraftstoffstrategie eine herausragende Bedeutung zu, die den Weg zu einer CO2-neutralen und nachhaltigen Mobilität weist. Zentral besteht unser Ansatz darin, unsere Kompetenzen bezüglich der Elektromobilität massiv auszubauen.

In 2015 haben wir bereits fünf neue Modelle mit alternativen Antrieben auf den Markt gebracht. Somit bietet der Konzern insgesamt mehr als 20 Modelle mit Elektro-, Plug-in-Hybrid- oder Erdgasantrieb an. Bis 2025 haben wir uns das Ziel gesetzt, mehr als 30 neue, rein elektrisch angetriebene Fahrzeugmodelle auf den Markt zu bringen. 

Frühzeitig bekannte sich der Konzern dazu, den CO2-Ausstoß der europäischen Neuwagenflotte bis 2020 auf 95 g/km zu reduzieren. Außerdem verpflichten wir uns, auch die CO2-Vorgaben für leichte Nutzfahrzeuge einzuhalten.