Produktion und Logistik

Der Volkswagen Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, in der Produktion die Werte der fünf wesentlichen Umweltkennzahlen Energie- und Wasserverbrauch, Abfälle zur Beseitigung sowie CO2- und VOC-Emissionen je produziertes Fahrzeug – ausgehend vom Stand 2010 – bis 2018 um 25 % zu verringern. Dieses Ziel gilt für alle Produktionsstandorte des Konzerns für den Bereich Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, abgeleitet aus unseren ökologischen Anforderungen an die Fertigungsprozesse, die in den Umweltgrundsätzen des Konzerns verankert sind. Wir haben bei der Reduktion der fünf wesentlichen Umweltkennzahlen bereits deutliche Fortschritte erzielt.

Unsere Kennzahl heißt „Umweltentlastung Produktion“ (UEP). Bis Ende 2015 hatten wir mit einer Umweltentlastung von 21,5 % bereits mehr als die Hälfte des Wegs zu unserem Ziel erreicht. Der Zwischenstand Ende 2015 gegenüber 2010 für die einzelnen Ziele (in Klammern der Stand von 2014):

  • spezifischer Energiebedarf: –16,3 % (–18,5 %)
  • spezifische CO2-Emissionen: –19,1 % (–23,2 %)
  • spezifische VOC-Emissionen: –32,5 % (–26,1 %)
  • spezifischer Wasserbedarf: –8,9 % (–6,9 %)
  • spezifischer Abfall zur Beseitigung: –30,8 % (–21,7 %)

Die Umweltentlastung des Konzerns ist das Ergebnis umweltspezifischer Markenprogramme wie:

  • „Think Blue. Factory.“: Volkswagen Pkw und Volkswagen Nutzfahrzeuge
  • „Ultra-Strategie“: Audi
  • „Green Factory“: ŠKODA
  • „ECOMOTIVE Factory“: SEAT
  • „Environmental Factory“: Bentley
  • „Ressourcenschonende Produktion“: Porsche
  • „Blue Rating“: Scania
  • „Klimastrategie“: MAN

Wir fördern weltweit die Vernetzung und den Austausch zwischen den Marken, um Synergien zu schaffen, zum Beispiel über unsere Task Force Umwelt. In einem IT-gestützten System erfassen und katalogisieren wir Umweltmaßnahmen, die wir für einen konzernweiten Best-Practice-Austausch zur Verfügung stellen.

Im Berichtsjahr wurden in diesem System über 1.900 umgesetzte Maßnahmen im Bereich Umwelt und Energie dokumentiert, die der Verbesserung der Produktionsprozesse von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen dienen. Diese Aktivitäten lohnen sich nicht nur in ökologischer Hinsicht: Auch Einsparungen von rund 65,9 Mio. € jährlich sind damit verbunden. Die Maßnahmen ermöglichen es uns, die fünf wesentlichen Umweltkennzahlen zu reduzieren. Beim Energieverbrauch und bei den CO2-Emissionen führten zusätzliche negative Effekte zu keiner sichtbaren Veränderung der Kennzahlen.

Obwohl das Jahr 2015 das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung war, stieg der witterungsbedingte Heizbedarf. In Verbindung mit einer gesunkenen Fertigungsmenge und der damit verbundenen geringeren Auslastung der Fertigungsstätten kam es zu einem Anstieg des Energieverbrauches je Fahrzeug.

Energieverbrauch und CO2-Emissionen

In 2015 ist der Energieverbrauch pro Fahrzeug von 2.062 Kilowattstunden in 2014 auf 2.108 Kilowattstunden gestiegen. Auch die absolute Menge stieg aufgrund der größeren Anzahl produzierter Fahrzeuge. Der Zielerreichungsgrad liegt bei –16,3 % (Basis 2010).

Die CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) pro Fahrzeug sind von 849 kg in 2014 auf 886 kg in 2015 gestiegen. Auch die absolute Menge stieg aufgrund der größeren Anzahl produzierter Fahrzeuge. Der Zielerreichungsgrad liegt bei –19,1 % (Basis 2010).

Wir setzen zur Erfüllung unserer Ziele unter anderem auf die Steigerung der Energieeffizienz, den Brennstoffersatz von Kohle durch Gas in der Energieeigenerzeugung und den Bezug von Strom aus regenerativen Quellen. Rund ein Drittel unserer weltweit verbrauchten elektrischen Energie stammt inzwischen aus regenerativen Quellen.

Seit 2011 investierte die VW Kraftwerk GmbH in den Ausbau von erneuerbaren Energien und die Errichtung von hocheffizienten Kraft-Wärmekopplungsanlagen auf Erdgasbasis. So investierte sie bis 2015 rund 26 Mio. € in erneuerbare Energien – Windkraftanlagen und Fotovoltaikanlagen. Zusätzlich investierte die VW Kraftwerk GmbH im Rahmen des Brennstoffwechsels rund 15 Mio. € in ein Blockheizkraftwerk in Braunschweig und rund 65 Mio. € in eine Gas- und Dampfturbinenanlage in Kassel. In den kommenden Jahren sind von der VW Kraftwerk GmbH Investitionen in eine neue GuD-Anlage in Wolfsburg und in den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien geplant.

Foto: MAN Montagewerk in Pinetown, Südafrika
MAN Montagewerk in Pinetown, Südafrika

Best-Practice-Beispiele

2015 erreichten zwei Standorte eine vollständig CO2-neutrale oder klimaneutrale Produktion und leisten damit auf lokaler Ebene einen Beitrag zur Verwirklichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

  • Lamborghini: Die Zertifizierung als CO2-neutrale Produktion gelang vor allem durch die neuen Anlagen zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung und Fernwärme sowie durch eine 17.000 m2 große Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der zentralen Produktionshalle am Standort Sant’Agata, Italien. Die Zertifizierung im Rahmen des „Carbon Neutrality“-Programms ist weltweit die erste, die einem Unternehmen von DNV GL (Det Norske Veritas Germanischer Lloyd) verliehen wird. DNV GL ist ein international führender Dienstleister im Bereich der Klassifizierung, der Verifizierung und des Managements von Umweltrisiken. Am Standort werden nun CO2-Emissionen in Höhe von circa 820 t pro Jahr vermieden. Die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage wird bis Ende 2017 mit Biogas betrieben werden, um die CO2-Emissionen noch weiter zu reduzieren – bis auf 5.600 t jährlich.
  • MAN: Im südafrikanischen Pinetown etwa haben wir eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Größe von 6.300 m2 installiert und damit den ersten klimaneutralen Standort der Marke MAN und die erste CO2-neutrale Produktionsstätte Südafrikas geschaffen. Bei über 300 Sonnentagen im Jahr können wir 810 MWh erzeugen und damit nicht nur den Standort komplett versorgen, sondern auch überschüssige Energie in das öffentliche Stromnetz einspeisen. 

Weitere Beispiele zeigen Erfolge bei der Einsparung von Energie und der Reduktion von CO2-Emissionen:

  • 2015 hat MAN am dänischen Standort Frederikshavn eine Wärmerückgewinnung am Schiffsmotorenprüfstand eingerichtet. Im Berichtsjahr haben wir über 3.160 MWh Wärmeenergie rückgewonnen und für das kommunale Fernwärmenetz verfügbar gemacht. Wir verringern dadurch den CO2-Ausstoß um 835 t.
  • Zur Reduktion der Treibhausgasemissionen trägt auch das erdgasbetriebene Blockheizkraftwerk bei, das 2014 in Zwickau in Betrieb genommen wurde. 2015 erzeugte es 36 % des Energiebedarfs am Standort. Durch diese Eigenerzeugung haben wir etwa 19.100 t CO2 und rund 8,9 Mio. € gespart. 
  • VW: Mittels der Energiewertstrom-Methode werden geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des KPI Energie identifiziert. Diese Methode wurde im Jahr 2014 u. a. am Standort Bratislava erprobt – mit dem Ergebnis einer jährlichen Verringerung des Energiebedarfs um 12.916 Megawattstunden und einer Einsparung von über 900.000 € pro Jahr. Seitdem wurde diese Methode auch auf andere Standorte übertragen. 
  • VW: Ein wichtiger Stellhebel, um den Energieverbrauch zu verringern, ist eine bedarfsgeregelte Fahrweise aller Anlagen. Unter anderem am Standort Hannover haben wir durch die Umstellung von zwei Lacktrocknern auf einen lastabhängigen Betrieb den Energiebedarf um rund 8.000 MWh pro Jahr gesenkt. Das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von etwa 470 Durchschnittshaushalten und einer Einsparung von etwa 1.700 t CO2 und 200.000 € jährlich. 
Foto: Volkswagen AG Werk Bratislava, Slowakei
Volkswagen AG Werk Bratislava, Slowakei

Blue-Building

Zur Erzielung positiver Umwelteffekte schaut der Volkswagen Konzern aber nicht nur ins Innere von Produktionsanlagen, sondern nimmt auch die Konzernimmobilien in den Blick. Mit unserem Blue-Building-Standard und der intern vergebenen Auszeichnung „Blue Building“ für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen setzen wir uns das Ziel, die CO2-Emissionen unserer Immobilien zu senken, sie nachhaltig zu errichten und zu betreiben. Die gesetzlichen Anforderungen an den Energieverbrauch müssen dabei deutlich unterschritten werden.

Als erste nach diesen Maßstäben fertiggestellte Immobilie wurde das Logistikoptimierungszentrum in Harvesse bei Braunschweig für seine nachhaltige Bauweise und Ausstattung als Finalist des Logix Awards 2015 ausgezeichnet. 

Zudem wurde eines der nachhaltigsten Autohäuser der Marke Volkswagen Ende 2015 in Hannover als Blue Building fertiggestellt. Die ehemalige Bestandsbebauung des Grundstückes wurde hierfür abgebrochen, vor Ort aufbereitet und als Unterbau für das neue Gebäude und die Außenanlagen wieder verwendet. Als Dämmung unterhalb des Gebäudes wurde recyceltes Altglas verwendet. Das gesamte Gebäude wird mit LED beleuchtet und u.a. über eine PV-Anlage und ein BHKW (des Herstellers Lichtblick) mit Energie und Wärme versorgt. Dadurch werden jährlich bis zu 58 t CO2 eingespart.

Eine Lüftungsanlage inkl. Kühlfunktion führt stetig Frischluft zu und steigert die Aufenthaltsqualität im Gebäude und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Über spezielle Lamellenfenster wird die Temperatur des Showrooms Nachts natürlich heruntergekühlt.

Stoffstrommanagement

Als Instrument zur Analyse und Bewertung von Stoffströmen in der Produktion sowie den daraus resultierenden Umweltwirkungen nutzt Volkswagen das Stoffstrommanagement.

Stoffströme sind Ressourcen und Energien, welche innerhalb einer festgelegten Systemgrenze fließen und den Produktionsprozessen verursachungsgerecht zugeordnet werden. Mit Hilfe von Stoffstromanalysen können Prozesse transparenter dargestellt werden, sodass Handlungsempfehlungen zur Umweltbelastungsreduktion und Produktionskostensenkung aufgezeigt werden können.

Entscheidend für die Aussagekraft einer Stoffstromanalyse ist die vorliegende Datengrundlage. Eingehende und ausgehende Stoffströme der Prozesse müssen qualitativ und quantitativ erfasst werden, dabei wird auf interne Umweltinformationssysteme sowie externe Datenbanken zurückgegriffen. Fehlende Daten werden im Betrieb durch Messungen ermittelt.

Stoffstromanalysen können von verschiedenen Akteuren genutzt werden, so dienen sie als Planungsunterstützung für neue ressourceneffizientere Anlagen oder Entscheidungshilfe für Maßnahmenumsetzungen sowie der Sensibilisierung von Mitarbeitern hinsichtlich eines ressourceneffizienten Umgangs mit Prozessmaterialien.  

Emissionshandel

Das Verfahren für die Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Emissionshandelssystem der Europäischen Union hat sich mit Beginn der dritten Handelsperiode (2013 – 2020) grundlegend geändert: Seit 2013 werden Emissionsberechtigungen für Stromerzeuger kostenpflichtig versteigert, für das produzierende Gewerbe und bestimmte Energieerzeugungsanlagen (zum Beispiel KWK-Anlagen) wurde ein Teil der Zertifikate anfangs noch kostenlos zugeteilt. Mit dem Voranschreiten der Handelsperiode nimmt deren Menge aber stetig ab; benötigte Restmengen sind kostenpflichtig zu ersteigern. 

Für bestimmte (Teil-)Industriesektoren, in denen aufgrund der geänderten Vorgaben des Emissionshandels eine Produktionsverlagerung in das außereuropäische Ausland droht (Carbon Leakage), wird für den Zeitraum von 2013 bis 2020 auf Basis der EU-weit geltenden Benchmarks eine konstante Zertifikatsmenge kostenlos zugeteilt. Der Automobilsektor wurde in die neue Carbon-Leakage-Liste aufgenommen, die 2015 in Kraft trat.

Vom europäischen Emissionshandel betroffen sind 30 Standorte des Volkswagen Konzerns. Für 2015 bekam der Volkswagen Konzern 1.226.187 kostenlose Emissionszertifikate zugeteilt (122.295 mehr als im Vorjahr). 

Neben der Europäischen Union überlegen auch andere Länder, in denen der Volkswagen Konzern Produktionsstandorte hat, ein Emissionshandelssystem einzuführen. In China beispielsweise sind sieben entsprechende Pilotprojekte angelaufen, bei denen der Volkswagen Konzern bisher aber nicht einbezogen ist. Die chinesische Regierung plant, diese Pilotprojekte zu einem nationalen Emissionshandelssystem auszubauen. 

Lösemittel

In 2015 konnten die VOC-Emissionen pro Fahrzeug von 3,04 kg in 2014 auf 2,79 kg gesenkt werden. Trotz eines Anstiegs der Fahrzeugproduktion seit dem Jahr 2010 und des damit verbundenen größeren Lackiervolumens kam es zu einer Reduzierung der absoluten VOC-Emissionen. Die Emissionen pro Fahrzeug konnten deutlich reduziert werden. Der Zielerreichungsgrad liegt bei –32,5 % (Basis 2010).

Best-Practice-Beispiel

  • In der Lackiererei am spanischen Standort Martorell wird eine neue Applikationstechnologie eingesetzt, die Materialeinsparungen ermöglicht. Wir können dadurch die Lösemittelemission um 80 g je Fahrzeug verringern und Kosten in Höhe von 951.000 € pro Jahr sparen.

Wasser

Foto: Adler über Wasser

In 2015 konnte der Wasserverbrauch pro Fahrzeug von 4,27 m3 in 2014 auf 4,14 m3 gesenkt werden. Trotz der größeren Anzahl produzierter Fahrzeuge konnte der Frischwasserverbrauch pro Fahrzeug seit 2010 kontinuierlich durch viele Recyclingmaßnahmen und die Einführung wasserarmer Fertigungsverfahren gesenkt werden.

Der Schutz der Frischwasserreserven der Erde ist neben dem Klimaschutz eines der prominentesten Themen, wenn es um den Erhalt der Lebensgrundlagen geht. Die Ressource Wasser ist bereits heute in vielen Regionen der Welt knapp und der Zugang zu sauberem Trinkwasser für große Teile der Weltbevölkerung ein zunehmend drängendes Problem. So haben wir Wasser bereits 2014 als Fokusthema festgelegt und unterstützen auch im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten die im September 2015 verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.
Auf Basis der umfassenden Datengrundlage unserer Umweltbilanzen leisteten wir im Rahmen eines veröffentlichten Water Footprints im Jahr 2013 Pionierarbeit und identifizierten für repräsentative Modelle der Marke Volkswagen Prozesse mit den höchsten Wasserverbräuchen im gesamten Produkt-Lebenszyklus. 2015 haben wir in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin die interne Methodik zur Berechnung unseres Water Footprints weiterentwickelt.

Die Analyse zeigt, dass die Nutzungsphase nur eine untergeordnete Rolle spielt. Hier wird der Wasserverbrauch insbesondere vom Prozess der Kraftstofferzeugung verursacht. Ein Großteil des Wasserverbrauchs entfällt auf die Lieferkette zur Gewinnung oder Erzeugung von Rohstoffen, die wir nicht direkt beeinflussen können. Deshalb fokussieren wir uns auf Ansatzpunkte zur Verringerung des Wasserverbrauchs, auf die wir direkt Einfluss nehmen können: unsere Werke. Zudem sind wir bestrebt, durch die weitere Senkung des Kraftstoffverbrauchs der Fahrzeuge und die vermehrte Verwendung von Sekundärmaterialien in der Produktion, also zum Beispiel recycelten Materialien, den Wasserverbrauch fortlaufend zu senken. Gemäß unserer 2014 erstellten Bestandsaufnahme sind 58 % unseres gesamten Frischwasserbedarfs – das sind rund 24 Mio. m3 – Standorten zuzuordnen, die in Risikozonen liegen. Dazu gehören vor allem unsere Werke in Mexiko, Spanien, Südafrika, Indien und China. Insbesondere in diesen Regionen achten wir daher mit erhöhter Priorität auf eine möglichst geringe Wassernutzung. Wir passen unsere Wassernutzung den regional verschiedenen Wasserressourcen weltweit an. Gleichzeitig unterstützen wir vielfältige Projekte, in denen der Schutz oder der Aufbau von Wasservorkommen ein wichtiger oder sogar der zentrale Bestandteil ist. Dies alles kennzeichnet auch das vom Konzern-Steuerkreis Umwelt & Energie beschlossene Konzept, das vier Handlungsfelder formuliert: 

  • Sichere Wasserver- und -entsorgung. Grundwasservorkommen sind vor Schadstoffeinträgen zu schützen, Produktionsausfälle durch Wassermangel zu verhindern.
  • Effizienz in der Wassernutzung über den Lebenszyklus. Durch den möglichst sparsamen, effizienten Einsatz von Wasser in der Produktion sowie möglichst geschlossene Kreisläufe ist der Gesamtbedarf so weit wie möglich zu reduzieren.
  • Soziales und ökologisches Engagement. Insbesondere mit unseren Biodiversitätsprojekten leisten wir Beiträge zum Schutz von Wasservorkommen und zum Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit.
  • Transparenz. Über unsere Ziele und Maßnahmen berichten wir der Öffentlichkeit. Volkswagen unterstützt seit 2013 als erstes Automobilunternehmen weltweit das CEO Water Mandate der Vereinten Nationen. Bereits seit 2011 beantworten wir zudem den sehr ausführlichen Fragebogen des CDP zum Thema Wassermanagement und legen so unsere Ansätze und Fortschritte detailliert offen. In 2015 haben wir im Zuge der Dieselthematik unsere Antworten zurückgezogen.

2016 – „Jahr des Wassers“ in China

Bedingt durch das hohe Produktionsvolumen in China ist der Anteil am konzernweiten Wasserverbrauch in China vergleichsweise hoch. Daher wurde 2016 in China das „Jahr des Wassers“ ausgerufen. An allen chinesischen Volkswagen Standorten werden Expertenteams das Wassermanagement analysieren und Optimierungen durchführen, um die Wassereinsparungen pro produziertem Fahrzeug noch weiter zu steigern. Von 2010 bis 2015 erzielten wir bereits Wassereinsparungen von rund 14,1 % in China. 

Best-Practice-Beispiele

  • An einigen Standorten des Konzerns setzen wir Recyclinganlagen ein, die biologisch vorgereinigte Abwässer durch Membranverfahren für die erneute Nutzung aufbereiten, um so den Frischwasserverbrauch zu verringern. Am Standort Salzgitter haben wir 2015 eine Recyclinganlage in Betrieb genommen, mit der die Hälfte der Abwassermenge des Werks zu Recyclingwasser aufbereitet und für die Nachspeisung des zentralen Kühlturms genutzt wird. Durch diese Maßnahme sparen wir dort jährlich etwa 75.000 m³ Frischwasser ein. Das entspricht rund einem Viertel des Standortbedarfs. 
  • Der Standort im südafrikanischen Uitenhage konnte seinen Wasserverbrauch pro Fahrzeug um mehr als 50 % (von 6,2 auf 2,7 m³/Fahrzeug) reduzieren und damit im Jahr 2015 die Jury des Greening the Future Awards überzeugen und den nationalen Preis in der Kategorie „Water Efficiency & Management“ gewinnen. 

In Summe wurden im Jahr 2015 im Konzern 3.265.221 m³ Frischwasser gegenüber dem Vorjahr eingespart, was durch viele Einzelmaßnahmen und Optimierungen realisiert werden konnte. Jedoch nehmen auch nicht steuerbare Faktoren wie zum Beispiel Wetterschwankungen Einfluss auf den Frischwasserverbrauch. Bei einer Wasserpreisspanne von ca. 0,3 – 1,0 € pro m³ Wasser bedeutet das eine Verringerung der Wasserversorgungskosten von ca. 1,4 Mio. € für das vergangene Jahr.

Um dauerhaft wassersparende Prozesse im Konzern zu implementieren, sind in dem konzerninternen Weißbuch zentrale Vorgaben für die verschiedenen Prozesse im Fertigungsablauf festgelegt.

Abfälle

Foto: Ressourcenschonende Materialverwendung

In 2015 konnte die Menge an Abfall zur Beseitigung pro Fahrzeug von 17,0 kg in 2014 auf 16,1 kg gesenkt werden. Der Zielerreichungsgrad liegt bei –30,8 % (Basis 2010).

Wir verfolgen das Ziel, die von uns verwendeten Materialien und Stoffe möglichst ressourcenschonend einzusetzen und unsere Abfälle je produzierte Einheit zu reduzieren.

Zur Erreichung dieses Ziels basiert unsere Abfallstrategie auf drei Stufen: 

  1. Priorisierung der Verwertung von Abfällen und Reduzierung der Abfälle zur Beseitigung
  2. Reduzierung der Abfallmenge durch Abfallbehandlung
  3. Reduzierung der Abfallmenge durch Optimierung der Fertigungs- und Nebenprozesse

Wir nutzen in allen Konzernbereichen möglichst einheitliche Abfallmanagementsysteme zur Optimierung unserer Abfallwirtschaft. Diese Systeme werden bereits in allen deutschen Werken der Marken Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Porsche, Audi und MAN zur Steuerung abfallwirtschaftlicher Prozesse wie auch zur staatlichen Kontrolle der Entsorgung insbesondere gefährlicher Abfälle (Electronic Government) genutzt. Vorgesehen ist die weitere Implementierung dieser Systeme in Europa und danach in den Regionen weltweit.

Auch die Werke von ŠKODA in Tschechien und Volkswagen in der Slowakei verwenden Abfallmanagementsysteme. 2015 wurde die Implementierung in den VW- und SEAT-Werken in Spanien, Portugal und Polen vorgeplant. 2016 sollen zunächst die Werke in Spanien und das neue Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Września, Polen, mit einem Abfallmanagementsystem ausgestattet werden.

Zur Überprüfung unserer Abfallwirtschaftsprozesse und des Recyclings führten wir 2015 Entsorgeraudits als bedeutendes Kontrollinstrument an vielen Standorten ein. Hierdurch tragen wir unserer Sorgfaltspflicht für eine umweltgerechte und geordnete Abfallentsorgung Rechnung und möchten einen unsachgemäßen Umgang mit Abfällen und dadurch verursachte Umweltverschmutzungen seitens unserer Vertragspartner vermeiden. Für diese Audits in Deutschland wurde gemeinsam mit anderen OEMs und großen Zulieferern ein standardisiertes Verfahren entwickelt und 2015 wurden standort- und markenübergreifende Audits durchgeführt. Um über die deutschen Standorte hinaus ein gemeinsames Verständnis der Qualität von Entsorgungsdienstleistungen zu erreichen, wurden zudem an osteuropäischen Standorten potenzielle Auditoren geschult, um sie zu befähigen, Audits qualitätssicher durchzuführen. Auf der Grundlage dieser guten Erfahrungen werden weitere Standorte folgen.

Reststoffe aus der Produktion, Verpackungsmaterialien sowie Rückstände aus Werkstätten und der Technischen Entwicklung verwerten wir bestmöglich. Für die Verwertung von erlösbringenden Wertstoffen aus der Produktion, wie beispielsweise Papier, Holz oder Metall, hat unsere Beschaffung ein konzernweites System implementiert, das zur Steigerung der Effektivität im gesamten Prozess beiträgt. Dabei steht nicht nur der Erlös im Fokus, sondern auch eine optimierte Aufbereitung der Abfälle für einen effizienten Transport.

Best-Practice-Beispiele

  • Neue Schmelzerei in Hannover: Durch die Teilmodernisierung der Schmelzerei am Standort Hannover sparen wir rund 3 Mio. € Energie- und Materialkosten sowie etwa 7.000 t CO2 jährlich. Zudem senken wir durch verringerte Oxidbildung den Materialeinsatz um 70 % und damit auch den Abfall zur Verwertung. 
  • In unserem Werk Sao José dos Pinhais/Curitiba, Brasilien, verwerten wir Klärschlamm. Zusammen mit anderen Materialien dient der Schlamm sowohl als Brennstoff in den Öfen einer Zementfabrik als auch als Beimischung im Ausgangsstoff der Zementproduktion. So wird der Abfall zur Beseitigung um 70 % verringert. 
  • Am Standort in Chattanooga, USA, wurden bis 2015 nahezu alle Flurförderzeuge auf der Basis von Blei-Säure-Batterien betrieben. Wir werden bei 162 Flurförderzeugen diese Batteriesysteme durch Brennstoffzellen-Antriebe ersetzen. Das Ziel dieser Maßnahme: 159.732 kg weniger Blei, 17.496 kg weniger Schwefelsäure, 968 t weniger CO2-Emissionen sowie eine Reduzierung der Wartungskosten für die Flurförderzeuge und Platzeinsparungen. 
  • In Pamplona, Spanien, können wir durch die Umsetzung eines Verbesserungsvorschlags im Jahr 2015 nun jährlich 5.568 kg Plastikfolie einsparen. Das bedeutet bei einer Jahresproduktion von 275.000 Fahrzeugen eine Einsparung in Höhe von 64.350 € jährlich. 
  • Unser Werk Uitenhage, Südafrika, hat bis 2015 mit vielfältigen Optimierungsmaßnahmen im Bereich Abfall eine Reduzierung um 60 % des Abfallvolumens seit 2010 erreicht. 
  • 2015 fand ein groß angelegter Wettbewerb für Abfallentsorger in der Fabrik in Mladá Boleslav statt. Eines der wichtigsten Kriterien war die Fähigkeit der Wettbewerber, den Abfall zu verwerten. Als Resultat kann ŠKODA die Menge des zu deponierenden Abfalls um 56 % pro produziertem Fahrzeug in dieser Fabrik reduzieren und um 35 % im gesamten Unternehmen.

Green Logistics

Foto: Volkswagenwerk Emden

Zur ökologischeren Ausrichtung des Volkswagen Konzerns trägt die Logistik bei, indem wir unter anderem die gesamte Transportkette im Hinblick auf CO2-Emissionen optimieren. Ziel ist es, Transporte zu vermeiden, auf umweltverträglichere Verkehrsträger zu verlagern und den Treibstoffverbrauch zu verringern. Maßnahmen und Handlungsfelder zur Optimierung der Logistikprozesse arbeiten wir markenübergreifend aus.

Zur konzernweiten Koordination und Standardisierung der Inhalte im Thema Green Logistics wurde 2012 der Konzern-Arbeitskreis „Green Logistics“ implementiert, der konkrete Inhalte zu Maßnahmen, Bilanzierung, Kommunikation und Schulung sowie Methoden zur internen Zielerreichung entwickelt und stetig optimiert.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt, um CO2-Emissionen einzusparen, ist die Wahl des Verkehrsträgers. Hier ist eine der effizientesten Optionen die Seeschifffahrt. Daher engagiert sich der Volkswagen Konzern im Clean Shipping Network (CSN), einem Zusammenschluss von Ladungseigentümern in der Schifffahrt, und ist dort im Vorstand vertreten. Mit Hilfe des Bewertungstools Clean Shipping Index (CSI) können die Mitglieder des CSN Messgrößen der ökologischen Effizienz vergleichen, etwa die Emissionen einzelner Schiffe auf bestimmten Seewegen. Dadurch lassen sich die Auswirkungen von Seetransporten auf die Umwelt analysieren. So wurden auf Antrag, u. a. von der Volkswagen AG, neben CO2, NOX, SOX, Wasser und Chemikalien jetzt auch Rußpartikel mit in den Index aufgenommen.

Die Konzernlogistik steigert kontinuierlich den Anteil CSI-gelisteter Schiffe im eigenen Transportnetzwerk. Dazu wird deren Anteil regelmäßig gemessen und in den Ausschreibungen für neue Transporte berücksichtigt.

Auch die kontinuierliche Effizienzsteigerung im Behältermanagement trägt zur Verringerung von Emissionen bei. Volkswagen besitzt einen der größten Ladungsträger-Pools in Europa, etwa für Paletten oder Behälter. Die verantwortlichen Stellen des Konzerns arbeiten kontinuierlich daran, die Packdichte, das Gewicht und das Faltvolumen neuer Ladungsträger zu verbessern und die Transportstrecken für den Leergutversand zu optimieren. Selbst bei der Konstruktion und Herstellung der Ladungsträger werden recyclingfähige Materialien verwendet. Eine Neuerung stellt die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen als einen Kernbestandteil bei der Herstellung von Kleinladungsträgern dar. Dadurch verringert sich der Ressourcenverbrauch sowohl in der Herstellung als auch in der Wiederverwertung. Zusätzlich verbessern wir beim sogenannten logistischen Prozesspartnermanagement für Materialtransporte gemeinsam mit Spediteuren und Lieferanten die Abholprozesse in Bezug auf Zusammenarbeit, Effizienz und Auslastung in unserem Transportnetzwerk.

Nicht zuletzt werden bei der Analyse von Logistikprozessen auch Lärmemissionen berücksichtigt. Im Jahr 2015 wurden unter anderem Bahnwagen der Firma TOUAX in das Volkswagen Bahnnetz integriert: Mit der dort verbauten modernen Technik – speziell den Komposit-Bremssohlen – lässt sich die Lärmentwicklung beim Bremsen um mehr als 75 % verringern.

Best-Practice-Beispiele

  • NILE (New Inbound Logistics): Bei Scania streben wir die Umstellung auf ein nachhaltiges Transportsystem an. Unser eigenes Projekt NILE, das darauf abzielt, effizientere Inbound-Logistik zu erzeugen und dadurch die CO2-Emissionen und den bei Lieferanten anfallenden Abfall zu reduzieren, zeigt, wie signifikante Verbesserungen auf der Systemebene erreicht werden können. 2013 leitete das Transformationsprogramm den Bewusstseinswandel innerhalb der Logistik ein, Anfang 2015 wurde es finalisiert. Durch diese Veränderung hat Scania neben den Verbesserungen für die Umwelt einen größeren Nutzen der Güter, reduzierte Lagerbestände, eine bessere Anpassung der Produktion und geringere Schwankungen in den Auslieferungen erzielt.
  • CNG Truck – ŠKODA AUTO und ŠKODA AUTO Logistik erfassen die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Umwelt.
  • Beladungsoptimierung von Lkw – die volle Beladung des direkten Transports wird in der Logistik von ŠKODA Auto seit 2010 sorgfältig, systematisch und regelmäßig überwacht und ist eine der CSR-Aktivitäten innerhalb der Strategie der Green Logistics bei ŠKODA AUTO.

Biodiversität

Foto: Wölfe im Wald

Biodiversität bedeutet Vielfalt des Lebens und umfasst die Vielfalt der Arten, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Sie sichert die Grundlagen unserer Existenz: gesunde Nahrung, sauberes Wasser, ertragreiche Böden und ein ausgeglichenes Klima. Der Schutz der biologischen Vielfalt gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt deshalb zur „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ erklärt.

Volkswagen engagiert sich seit 2007 für den Schutz der Biodiversität und ist Gründungsmitglied der Initiative Biodiversity in Good Company e.V. In unserem eigenen Mission Statement haben wir uns verpflichtet, uns an allen Standorten für die Belange des Artenschutzes einzusetzen. Zur Erreichung der in der „Convention on Biological Diversity“ der UN verankerten Ziele tragen wir vor allem dadurch bei, dass wir Treibhausgasemissionen verringern und Materialien wie Ressourcen möglichst effizient einsetzen. Infolge der Dieselthematik lassen wir die Mitgliedschaft in der Initiative Biodiversity in Good Company e.V. bis auf weiteres ruhen.

Biodiversität ist Bestandteil unseres Umweltmanagements. Volkswagen hat unter anderem einen Biodiversitätsbeauftragten berufen und von 32 Standorten der Marken Volkswagen Pkw, Porsche und MAN externe Gutachten zu den Risiken für Gewässer, Böden und Biodiversität erstellen lassen.

Zu den Projekten, die wir mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) realisiert haben, zählt der Moorschutz in Deutschland. Im Jahr 2015 konnte der NABU dank einer Spende der Volkswagen FS AG zusätzlich einen Internationalen Moorschutzfonds einrichten. Auch in der gemeinsamen Initiative „Willkommen Wolf!“ haben Volkswagen und NABU im Jahr 2015 partnerschaftlich zusammengearbeitet. Unser langjähriger Kooperationsvertrag mit dem NABU lief zum 31. Dezember 2015 aus. Nachdem die Verhandlungen zur Verlängerung des Vertrages infolge der Diesel- und CO2-Thematik ausgesetzt wurden, arbeiten wir intensiv an den Voraussetzungen für die Fortführung der strategischen Partnerschaft.

An unseren internationalen Standorten setzen wir uns mit unterschiedlichen Partnern für den Schutz der Natur und der Artenvielfalt ein. Damit leisten wir vor Ort auch einen Beitrag zur Verwirklichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Am Standort Ürümqi in der chinesischen Provinz Xinjiang unterstützen wir die Biodiversitätsforschung. Seit 2011 fördern wir überdies den Dyer Island Conservation Trust in Südafrika. Gemeinsam mit dem Trust engagieren wir uns für den Schutz von Pinguinen, Delfinen, Walen, Seevögeln und Haien und führen Forschungs-, Bildungs- und Ausbildungsprogramme durch, um das Umweltbewusstsein zu stärken. Im Berichtsjahr hat der Trust dort eine Pflegestation für Meeresvögel eröffnet.

Weitere Naturschutzprojekte sind hier zu finden.