Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den zurückliegenden Monaten haben wir bei Volkswagen schmerzhaft erfahren müssen, dass es nicht reicht, sich Umweltschutz, Integrität und Werte auf die Fahnen zu schreiben. Man muss es vor allem durchgängig leben. Volkswagen hat wertvolles Vertrauen verspielt. Wir setzen alles daran, dieses Vertrauen zurückzugewinnen. Mit „TOGETHER – Strategie 2025“ haben wir den tiefgreifendsten Veränderungsprozess in der Geschichte unseres Unternehmens auf den Weg gebracht. Unsere Vision ist es, die Volkswagen Gruppe von einem der besten Autobauer zu einem der weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität zu formen. Damit rücken wir den Nachhaltigkeitsgedanken bewusst ins Zentrum unserer Zukunftsplanungen.

Volkswagen hat wertvolles Vertrauen verspielt. Wir setzen alles daran, dieses Vertrauen zurückzugewinnen.

Mit der neuen Strategie 2025 haben wir uns zudem zum Ziel gesetzt, „Vorbild bei Umwelt, Sicherheit und Integrität“ zu werden. Das ist aus heutiger Sicht sicherlich ehrgeizig, aber gewiss kein Lippenbekenntnis. Es geht darum, unseren Carbon Footprint über die gesamte Wertschöpfungskette substanziell zu reduzieren und mit unseren Fahrzeugen bei CO2 und Emissionen best in class zu werden.

Auch das autonome Fahren ist ein Schlüsselthema für die Transformation unseres Kerngeschäfts. Diese revolutionäre Technologie wird innerhalb weniger Jahre den Massenmarkt erobern und wesentlich dazu beitragen, dass Anzahl und Schwere von Unfällen zurückgehen. „Vorbild sein“, das wird uns schließlich nur gelingen, wenn wir Integrität und wertebasiertes Handeln noch tiefer im gesamten Unternehmen verankern. Die Erfahrung und Expertise von Christine Hohmann-Dennhardt im Konzernvorstand hilft uns auf diesem Weg.

Unsere Industrie und damit auch Volkswagen stehen vor einem dramatischen Strukturwandel. Natürlich bringt das auch Ängste und Unsicherheit in der Belegschaft mit sich. Es wird neue Aufgaben geben, andere werden schrittweise wegfallen. Im Jahr 2025 etwa wollen wir rund ein Viertel unserer Autos mit reinem Elektroantrieb bauen. Das wird sich besonders auf jene Standorte auswirken, die heute Getriebe und Verbrennungsmotoren fertigen. Wir arbeiten an Konzepten, die auch diese Standorte zukunftsfest machen. Dazu gehört, dass wir unsere traditionell sehr gut ausgebildeten Beschäftigten in Zukunftsthemen wie IT, Digitalisierung und neue Antriebe weiterqualifizieren. Auch das verstehen wir unter nachhaltigem Handeln.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ mag mitunter abgenutzt oder beliebig erscheinen. Das ändert nichts an seiner Relevanz. Richtig verstanden und praktiziert ist Nachhaltigkeit Voraussetzung für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg. Das gilt besonders für einen Konzern, der „Volkswagen“ im Namen trägt. Deshalb streben wir ökonomische, soziale und ökologische Ziele gleichrangig und gleichzeitig an: Wir wollen dauerhafte Werte schaffen, gute Arbeitsbedingungen bieten und sorgsam mit Umwelt und Ressourcen umgehen.

Es geht darum, unseren Carbon Footprint über die gesamte Wertschöpfungskette substanziell zu reduzieren und mit unseren Fahrzeugen bei CO2 und Emissionen best in class zu werden.

Dabei wird es immer Zielkonflikte geben, etwa zwischen Ökologie auf der einen und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite. Wir werden diese Zielkonflikte aber offen adressieren und die richtige Balance finden. Dazu dient auch das in diesen Bericht integrierte Nachhaltigkeitsmagazin, das sich kritisch mit der Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit auseinandersetzt, den Blick aber vor allem auch nach vorn richtet auf die großen Umwälzungen, denen wir uns stellen müssen und werden.

Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht 2015 wird erstmals nur im Online-Format präsentiert. Um die Aussagen, Zahlen und Daten transparent, nachvollziehbar und vergleichbar zu machen, orientieren wir uns an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Der Bericht ist zugleich unsere Fortschrittsmitteilung an den Global Compact der Vereinten Nationen (UNGC), dem wir mit dem Versprechen beigetreten sind, die Menschenrechte, gute Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz weltweit zu fördern und Korruption zu bekämpfen. Diesen Zielen fühlen wir uns zutiefst verpflichtet, auch wenn wir unsere Mitgliedschaft bis zur endgültigen Aufklärung der Dieselthematik ruhen lassen. 

Wir wollen dauerhafte Werte schaffen, gute Arbeitsbedingungen bieten und sorgsam mit Umwelt und Ressourcen umgehen.

Ein weiterer Schritt zur Neuausrichtung unseres Nachhaltigkeitsmanagements ist die Gründung eines profiliert besetzten Nachhaltigkeitsbeirats für den Konzern. Seine Mitglieder bringen Erfahrungen aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsbereichen ein und spiegeln in ihrer Zusammensetzung die Vielfalt der Welt und die Unterschiedlichkeit der Kulturen wider. Der Nachhaltigkeitsbeirat arbeitet vollkommen unabhängig. Er soll für den Vorstand nicht nur ein kritischer Ratgeber und Begleiter sein, sondern er kann konkrete Projekte für das Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens identifizieren und vorschlagen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass davon wichtige Impulse für Volkswagen und die Automobilindustrie ausgehen werden.

Ihre

 

 

Unterschrift: M. Müller
M. Müller
Unterschrift: B. Osterloh
B. Osterloh