Unser Ansatz

Nachhaltigkeit bedeutet für unseren Konzern, ökonomische, soziale und ökologische Ziele gleichrangig und gleichzeitig anzustreben. Wir wollen dauerhafte Werte schaffen, gute Arbeitsbedingungen bieten und sorgsam mit Umwelt und Ressourcen umgehen. Im Zusammenhang mit der Diesel-Thematik haben wir diese eigenen Ansprüche in mehreren Punkten verfehlt. Die Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Abgaswerten widersprechen allem, wofür wir stehen. Wir bedauern dies sehr und sind uns bewusst, dass wir unsere Stakeholder enttäuscht haben. Mit ganzer Kraft setzen wir uns deshalb dafür ein, dass sich dergleichen nicht wiederholt, dass wir unseren eigenen Ansprüchen wieder gerecht werden und so gesellschaftliches Vertrauen zurückgewinnen. Unser Nachhaltigkeitskonzept überarbeiten wir umfassend. So wollen wir sicherstellen, dass wir auf jeder Stufe des Wertschöpfungsprozesses Risiken und Chancen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance frühzeitig erkennen. So ausgestaltet, tragen unsere Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten dazu bei, die Reputation und den Wert des Unternehmens langfristig zu steigern.

Als eines der größten Industrieunternehmen weltweit trägt unser Konzern eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Wir wollen unsere Gestaltungskraft zum Wohl von Mensch und Umwelt nutzen. Jährlich produzieren wir über 10 Mio. Fahrzeuge. Damit verbunden sind positive Effekte – neue Arbeitsplätze, individuelle Chancen der Teilhabe und regionaler Wohlstand – ebenso wie negative Auswirkungen, vor allem durch Emissionen und Ressourcenverbrauch. Angesichts zunehmender Digitalisierung werden sich uns künftig auch neue Fragen stellen – beispielsweise, wie wir mit den Daten unserer Kunden umgehen, wie wir dafür sorgen, dass sie jederzeit sicher und geschützt sind, und welche juristischen und ethischen Probleme das automatisierte Fahren aufwirft. Um unserer Verantwortung umfassend gerecht zu werden und dabei effizient zu handeln, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche (siehe „Wesentlichkeitsanalyse“). Unsere wichtigste Aufgabe lautet: verantwortungsbewusst und effizient zu produzieren und Mobilität so zu gestalten, dass sie umweltverträglich, sicher und bequem ist und für viele Menschen erschwinglich wird. Denn individuelle Mobilität bleibt ein menschliches Grundbedürfnis und seine Erfüllung bleibt der zentrale Geschäftszweck unseres Konzerns – auch nach der Neuausrichtung, die wir gerade anstoßen.

Im Juni 2016 haben wir unser Zukunftsprogramm „TOGETHER – Strategie 2025“ vorgestellt. Die neue Strategie reagiert auf die dramatischen Umbrüche in unserer Branche und im Denken unserer Kunden. Denn Mobilität wird von immer mehr Menschen als eigenständiges Produkt verstanden. Wenn wir zukünftig nicht nur Autos anbieten, sondern auch einfache Lösungen, die den Bedürfnissen unserer Kunden entsprechen, eröffnen sich uns ungeahnte Chancen. Das Zukunftsprogramm haben wir ganz bewusst mit einem Zeithorizont bis zum Jahr 2025 entwickelt. Denn gerade in Zeiten des Umbruchs wollen wir langfristiges Denken und Handeln fördern. Der Begriff „TOGETHER“ betont, dass wir zukünftig nur durch gemeinsames Handeln erfolgreich sein können. Über verstärkte Kooperation im Unternehmen, über einen intensiven Dialog mit unseren Kunden, Aktionären, Geschäftspartnern und weiteren Stakeholdern und im Bewusstsein unserer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Konkret hat das Zukunftsprogramm vier Eckpfeiler:

  • die Transformation unseres Kerngeschäfts
  • der Aufbau eines markenübergreifenden und eigenständigen Geschäftsfelds für Mobilitätslösungen
  • die Stärkung der Innovationskraft von Volkswagen, sowohl intern als auch über externe Impulse
  • die Sicherung der Finanzierung von Zukunftsinvestitionen

Einhergehend mit dem Zukunftsprogramm haben wir eine klare Vision für die nächste Dekade formuliert:

„Volkswagen wird ein weltweit führender Anbieter nachhaltiger Mobilität sein.“ 

Die neue Konzernstrategie wurde in den zurückliegenden Monaten von über 250 Mitarbeitern des Konzerns entwickelt. Nachdem „TOGETHER“ im Juni 2016 erstmals öffentlich vorgestellt wurde, schließt sich nun eine weitere Entwicklungsphase an, in der die Konzernstrategie auf Marken- und Funktionsbereiche heruntergebrochen wird. Diesen Prozess wollen wir bis zum Ende des Jahres 2016 abschließen.

Nähere Informationen zur Konzernstrategie finden Sie hier.

TOGETHER – Strategie 2025

Foto: Audi Q7 e-tron TDI quattro
Audi Q7 3,0l TDI e-tron quattro - Kraftstoffverbrauch in l/100 km: kombiniert 1,9-1,8; Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 19,0-18,1; CO2-Emissionen in g/km: kombiniert 50-48; Effizienzklasse: A+

Wir wissen, dass Wachstum nur Hand in Hand mit Verantwortung und Umweltschutz möglich ist. In den vergangenen Jahren sind daraus echte Werttreiber erwachsen. Deshalb dient auch alles, was wir im Interesse der Nachhaltigkeit unternehmen, dem Erreichen unserer Konzernziele – flankierend, fördernd und unterstützend. Unsere neue Konzernstrategie „TOGETHER – Strategie 2025“ überwindet die gedankliche Trennung zwischen Nachhaltigkeit und unternehmerischen Zielen vollständig. Bei der Vorstellung der Strategie stellte unser Vorstandsvorsitzender Matthias Müller fest: „TOGETHER ist die Essenz unseres Verständnisses von Nachhaltigkeit, das in seinem umfassenden Sinne unser künftiges Handeln bestimmen wird.“

Die neue Strategie formuliert nicht nur eine Vision für unseren Konzern, sondern zeigt auch auf, wodurch sich Volkswagen in Zukunft auszeichnen soll: 

  • Wir wollen Kunden begeistern. Dazu zählt auch, ihnen Produkte anzubieten, deren CO2-Werte überdurchschnittlich gut sind.
  • Unsere Ertragskraft soll so stark sein wie die unserer besten Wettbewerber.
  • Wir wollen ein Vorbild sein bei Umwelt, Sicherheit und Integrität. Zu den Schritten in diese Richtung zählen eine kontinuierliche Reduzierung unseres Carbon Footprints und die Senkung der Emissionen unserer Fahrzeugflotte.
  • Wir bleiben ein exzellenter Arbeitgeber.

Die Volkswagen Gruppe der Zukunft

Grafik: Die Volkswagen Gruppe der Zukunft

Die Schwerpunkte unserer Nachhaltigkeitsziele und -aktivitäten, die wir konzernweit steuern, setzen wir in den drei Dimensionen Wirtschaft, Menschen und Umwelt, nach denen auch der vorliegende Bericht gegliedert ist. Darin spiegelt sich unser konzernübergreifendes und in allen Regionen der Welt anschlussfähiges Nachhaltigkeitsverständnis ebenso wider wie unsere Überzeugung, dass ein langfristiges, stabiles und an ethischen Maßstäben orientiertes Wirtschaften Voraussetzung ist, umweltorientiert zu handeln und die Zukunft der Menschen im Konzern und in der Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten.

Dies weltweit gleichermaßen zu tun, ist uns mit über 610.000 Mitarbeitern und 119 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten ein besonderes Anliegen. Unser Ansatz: erprobte Konzepte zu übertragen, von Marke zu Marke, von Region zu Region. Wie das funktioniert, zeigen schon heute zahlreiche Beispiele – vom Modularen Querbaukasten über die duale Berufsausbildung und Weiterbildungsmöglichkeiten, die wir in die Regionen tragen, bis hin zu Mobilitätsdienstleistungen, Konzepten der Verkehrssicherheit, der gesellschaftlichen Verantwortung und Biodiversitätsprojekten. Dabei nutzen wir unsere Größe und unser Wachstum in Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft.

Wie sich unsere Branche verändert

Die wichtigsten Trends in der automobilen Welt auf einen Blick

Grafik: Wie sich unsere Branche verändert
*PRT = Personal Rapid Transit; GRT = Group Rapid Transit; FRT = Freight Rapid Transit

Management von Herausforderungen und Trends GRI G4-18, G4-21

Auch wenn die großen Herausforderungen bekannt und einschätzbar sind, unterliegen die daraus resultierenden Anforderungen an den Volkswagen Konzern doch einem immer rascheren Wandel und müssen regelmäßig neu bewertet und in der strategischen Planung nachjustiert werden. Innerhalb des Volkswagen Konzerns arbeiten deshalb mehrere Fachbereiche an der Beobachtung gesellschaftlicher Megatrends, der Analyse der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, dem Tracking aufkommender Kundentrends und dem kontinuierlichen Wettbewerbsvergleich. Die Ergebnisse werden in einem Prozess, Planungsrunde genannt, zusammengeführt. So ist gewährleistet, dass die wichtigen Weichen für Produktion, Beschaffung und Vertriebsstrukturen mit einer Perspektive von zehn Jahren gestellt werden. Ein weiteres Instrument, um Herausforderungen und Erwartungen zu erfassen und mit den sich verändernden Rahmenbedingungen umzugehen, ist der Stakeholderdialog, der auf Konzern- sowie auf Markenebene geführt wird (siehe „Stakeholder-Management“).

Anhand dieser Beobachtungen und angesichts der großen Herausforderungen haben wir im Sommer 2015 für den Volkswagen Konzern erneut unsere 15 Themenbereiche geprüft, in denen wir einen besonderen Beitrag leisten können und müssen – weil unsere Auswirkungen hier signifikant oder unsere Einflussmöglichkeiten besonders hoch sind und wir uns deshalb auch vor besondere Erwartungen gestellt sehen.

Wesentlichkeitsanalyse  GRI G4-18, G4-19, G4-20, G4-25, G4-26, G4-27

Auf eine detaillierte Analyse, welche Themen für den Volkswagen Konzern wesentlich sind, wirkten 2015 zwei Entwicklungen ein. Insbesondere waren dies die Frage nach der Neuausrichtung des Konzerns innerhalb der Strategie 2025 und die Bewältigung der Implikationen der Abgasthematik.

Konkret sind wir bei der Analyse und Identifikation wesentlicher Themen folgendermaßen vorgegangen:

  1. Wir haben aus globalen Herausforderungen 15 zentrale Handlungsfelder abgeleitet, in denen wir Antworten bieten müssen. Dies haben wir auf Basis folgender Quellen getan: externe Studien, Branchenanalysen und Stakeholderbefragungen unserer Marken sowie interne Leitlinien wie die Unternehmensstrategie, die Konzern-Umweltstrategie oder Schlüsselfaktoren, die im Konzern-Strategiekreis identifiziert wurden.
  2. Um im Jahr 2015 eine erneute Einschätzung der Bedeutung dieser Handlungsfelder für die Gesellschaft zu erlangen, führten wir drei Expertenworkshops in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Soziales durch. Diese ergaben, dass die Handlungsfelder weitestgehend bestätigt wurden. Lediglich das Handlungsfeld „Fahrzeugsicherheit“ wurde aus dem Bereich „Umwelt“ in den Bereich „Wirtschaft“ verlagert und mit dem Handlungsfeld „Qualität“ zusammengelegt. Die inhaltliche Ausrichtung bleibt unverändert.
  3. Vor dem Hintergrund der Dieselthematik haben wir beim Group CSR Meeting 2015 mit Verantwortlichen der Marken und Regionen bereits im Oktober auf Basis einer Stärken-Schwächen-Analyse den Leistungsstand des Konzerns im Bereich Nachhaltigkeit neu diskutiert. Die Ergebnisse wurden in den Nachhaltigkeitsgremien vertieft und finden Eingang in die umfassende Neuausrichtung des Konzerns. In der Folge wurden regelmäßig stattfindende Workshops zur strategischen Neuausrichtung des Konzerns mit den Verantwortlichen der Marken und Fachbereiche eingerichtet.
  4. Ergebnis war nach jeweils ausführlichen Diskussionen, dass für den Volkswagen Konzern aufgrund seiner Größe, seiner Einflussmöglichkeiten und der damit verbundenen Verantwortung alle Themen im Kontext der Nachhaltigkeitsaspekte von GRI als „wesentlich“ gelten können und müssen. Die inhaltliche Konkretisierung der Handlungsfelder auf Basis von Zielen, Werten und Indikatoren dauert im Zusammenhang mit der Strategie 2025 an. Dabei berücksichtigen wir als weltweit tätiges Unternehmen künftig u. a. auch unsere Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten zur Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen.

Herleitung der Handlungsfelder für unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Grafik: Herleitung der Handlungsfelder für unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Wesentlichkeitsanalyse: Ablauf im Volkswagen Konzern GRI G4-18, G4-19

Grafik: Wesentlichkeitsanalyse: Ablauf im Volkswagen Konzern

Wesentliche Handlungsfelder des Volkswagen Konzerns GRI G4-19, G4-20, G4-21

Grafik: Wesentliche Handlungsfelder des Volkswagen Konzerns

Die Darstellung der 15 zentralen Handlungsfelder, sortiert nach den drei Dimensionen Wirtschaft, Menschen und Umwelt, soll eine Orientierung bieten, was für uns im Fokus steht, um weltweit führender Anbieter nachhaltiger Mobilität zu sein. Von einer Priorisierung der Handlungsfelder selbst haben wir angesichts unserer breiten internationalen Aufstellung bewusst Abstand genommen. Zum einen können die einzelnen Handlungsfelder je nach Region unterschiedlich relevant sein, zum anderen wollen wir nicht gewichten, ob beispielsweise die Gesundheit von mehr als 610.000 Beschäftigten weltweit wesentlicher ist als etwa die Ressourcenschonung über den gesamten Lebenszyklus hinweg – oder umgekehrt. Eine nachhaltige Entwicklung, so ist es unser Verständnis, bedeutet, ökonomische, ökologische und soziale Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen und stetig auszubalancieren.

Im Berichtszeitraum fand eine intensive Diskussion über die vom motorisierten Individualverkehr ausgehenden Belastungen der Luftqualität insbesondere in den Ballungsräumen durch Stickoxide und Feinstaub statt. Diese wurde nicht zuletzt durch die von Volkswagen ausgelöste Dieselthematik deutlich verstärkt. Wir haben uns mit dem Thema Stickoxide als Teilbereich des Themas 'Ressourcenschonung über Lebenszyklus' im Rahmen von Expertenworkshops intensiv auseinandergesetzt und alternative Antriebe und neue Mobilitätsdienstleistungen im Rahmen dieser Workshops verstärkt diskutiert.