Nachhaltige Unternehmens­führung

Der Volkswagen Konzern hat sich zu einer nachhaltigkeitsorientierten, transparenten und verantwortungsbewussten Unternehmensführung verpflichtet. Größte Herausforderung, dies auf allen Ebenen und allen Stufen der Wertschöpfungskette zu leben, ist unsere Komplexität mit zwölf Marken, über 610.000 Beschäftigten und 119 Produktionsstandorten. Wir folgen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex und setzen auf eine konzernweite Nachhaltigkeitskoordination, ein vorausschauendes Risikomanagement und klare Rahmen für den zukunftsorientierten Umgang mit Umweltthemen, Mitarbeiterverantwortung und gesellschaftlichem Engagement bei den Marken und in den Regionen. Die Vergütung des Konzernvorstands ist am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet.

Leitlinien und Grundsätze

Basis und Rückgrat unserer strategischen Nachhaltigkeitsziele sind Selbstverpflichtungen und Grundsätze, die konzernweit gelten. Dazu gehören folgende:

  • Volkswagen Konzernwerte: Sieben Werte definieren unsere Haltung. Dies sind Kundennähe, Höchstleistung, Werte schaffen, Erneuerungsfähigkeit, Respekt, Verantwortung und Nachhaltigkeit (2002). 
  • Volkswagen Nachhaltigkeitsleitbild: 2002 anlässlich des UN-Weltgipfels in Johannesburg (Südafrika) verabschiedet, gibt es konzernweit den Rahmen für nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Handeln vor. 
  • Verhaltensgrundsätze des Volkswagen Konzerns (Code of Conduct): 2010 eingeführt, gelten sie konzernweit und helfen Führungskräften und Mitarbeitern, mit rechtlichen und ethischen Herausforderungen bei ihrer täglichen Arbeit umzugehen. 
  • Bekenntnis zum Global Compact der Vereinten Nationen: Seit 2002 hat sich der Volkswagen Konzern zur Förderung von Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung verpflichtet. Das Bekenntnis wurde 2013 um das sogenannte CEO Water Mandate erweitert, das auf den sorgsamen Umgang mit Wasser abzielt. Bis zur endgültigen Aufklärung der Dieselthematik haben wir vereinbart, dass die Mitgliedschaft ruht.

Weiterhin stellen wir bei unserem Handeln sicher, dass es in Übereinstimmung steht mit

  • den Erklärungen der International Labor Organization (ILO),
  • den Leitsätzen und Übereinkommen der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) sowie
  • den internationalen Pakten der Vereinten Nationen zu den Grundrechten und -freiheiten der Menschen.

Mit der Volkswagen Sozialcharta, der Charta der Arbeitsbeziehungen, der Charta der Berufsausbildung und der Charta der Zeitarbeit, die alle konzernweit gelten, haben wir dazu eigene Rahmenwerke geschaffen. Für den konzernweiten Umweltschutz prägend sind die konzernweit gültige Umweltpolitik sowie die ebenfalls konzernweit geltenden Umweltgrundsätze für Produkte sowie für die Produktion.

Aufgaben und Zusammensetzung der Leitungsgremien

Der Konzernvorstand besteht aus neun Personen. Jedem Vorstandsmitglied obliegt die Verantwortung für eine oder mehrere Funktionen. Zudem tragen einige Vorstandsmitglieder auch die Verantwortung für eine Region. Der Konzernvorstand wird in seiner Arbeit unterstützt durch die Vorstände und Geschäftsführungen der Marken und Regionen sowie der übrigen Konzerngesellschaften und Beteiligungen. Der Aufsichtsrat, der den Vorstand bestellt, überwacht und berät, setzt sich gemäß dem deutschen Mitbestimmungsgesetz zur Hälfte aus Vertretern der Anteilseigner sowie zur Hälfte aus Vertretern der Arbeitnehmer zusammen. Insgesamt umfasst der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns 20 Mitglieder, drei davon sind weiblich. Für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats wurden klare Vorstellungen formuliert, die auch Diversitätsziele beinhalten. So sind mindestens drei Aufsichtsratsmandate durch Personen zu besetzen, die in besonderem Maße Internationalität verkörpern. Außerdem sind mindestens drei Aufsichtsratsmandate von Frauen wahrzunehmen, wovon wenigstens zwei auf Vertreterinnen der Anteilseigner entfallen sollen.

Nachhaltigkeitskoordination

Für die Koordination von Nachhaltigkeit und CSR hat der Volkswagen Konzern eine klare Managementstruktur geschaffen. Ihr höchstes Gremium ist der Konzernvorstand (Nachhaltigkeitsboard). Er wird vom Konzern-Steuerkreis Nachhaltigkeit regelmäßig über die Themen der Nachhaltigkeit und der unternehmerischen Verantwortung informiert. Dem Konzern-Steuerkreis Nachhaltigkeit gehören Führungskräfte zentraler Vorstandsbereiche und Vertreter des Konzernbetriebsrats sowie der Marken an. Im Steuerkreis werden unter anderem Entscheidungen zu den strategischen Nachhaltigkeitszielen getroffen, deren Erreichung anhand von Steuerungsindikatoren überwacht sowie die wesentlichen Handlungsfelder abgeleitet und der Nachhaltigkeitsbericht verabschiedet.

Dem Steuerkreis steht die Geschäftsstelle Nachhaltigkeit zur Seite. Zu ihren Aufgaben zählt die Koordination aller nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten innerhalb des Konzerns und der Marken, aber auch der Stakeholderdialog auf Konzernebene, etwa mit nachhaltigkeitsorientierten Analysten und Investoren. CSR-Projektteams arbeiten an bereichsübergreifenden Themen wie Berichterstattung, Stakeholder-Management oder Nachhaltigkeit in den Lieferantenbeziehungen. Diese Koordinations- und Arbeitsstruktur ist überwiegend auch bei den Marken etabliert und wird kontinuierlich ausgebaut. Seit 2009 kommen die Koordinatoren für Nachhaltigkeit & CSR aller Marken und Regionen einmal jährlich zusammen, um den konzernweiten Austausch zu fördern, einheitliche Strukturen zu etablieren und voneinander zu lernen. Dieses Group CSR Meeting hat sich als wichtiger Bestandteil der konzernweiten Koordinationsstruktur bewährt (siehe „Wesentlichkeitsanalyse“).

Volkswagen Nachhaltigkeits­organisation

Grafik: Volkswagen Nachhaltigkeitsorganisation