Vielfalt und Chancengleichheit

Unterschiedliche kulturelle Gegebenheiten in den globalen Märkten und eine zunehmende wirtschaftliche Dynamik erfordern von uns eine große Flexibilität. Die Diversität unserer Belegschaft bietet uns Chancen und Innovationspotenziale, mit denen wir uns dieser Herausforderung stellen können. Im Rahmen der aktiven Unterstützung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen setzen wir uns an unseren Standorten weltweit für Vielfalt und Chancengleichheit ein.

Chancengleichheit als Prinzip

Volkswagen steht für Respekt, Toleranz und Weltoffenheit. Wir gewährleisten Chancengleichheit und Gleichbehandlung, ungeachtet ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, Behinderung, Weltanschauung, Religion, Staatsangehörigkeit, sexueller Ausrichtung, sozialer Herkunft oder politischer Einstellung, soweit diese auf demokratischen Prinzipien und Toleranz gegenüber Andersdenkenden beruht. Die Verhaltensgrundsätze des Volkswagen Konzerns stellen dafür die entsprechende und konzernweit geltende Richtschnur dar. Jeder Beschäftigte und jedes Organmitglied ist demnach dafür verantwortlich, auf ein partnerschaftliches Miteinander zu achten, und dazu verpflichtet, Verstöße umgehend anzuzeigen.

Kulturelle Vielfalt

Der Volkswagen Konzern ist ein komplexes, global agierendes Unternehmen mit 119 Produktionsstandorten in Europa, Amerika, Asien und Afrika. Das Unternehmen fördert die friedliche Zusammenarbeit dieser verschiedenen Traditionen und Kulturen aus tiefer Überzeugung.

Bei Volkswagen am Standort Wolfsburg waren im Berichtsjahr 60.452 Mitarbeiter aus 102 Nationen beschäftigt. Die verschiedenen Kulturen zeigen die Vielfalt von Volkswagen und sind zugleich ein Gewinn für alle. Das interkulturelle Miteinander ist für das Unternehmen von großer Bedeutung. Volkswagen ist ein weltoffener Konzern. 

Einstellung lokales Personal

Mit unserem Ziel, die Entwicklung der Kommunen und Regionen voranzutreiben, in denen der Volkswagen Konzern tätig ist, unterstützen wir grundsätzlich die Beschäftigung und Qualifizierung lokaler Mitarbeiter. Dafür gibt es gute Gründe, denn sie kennen die Kunden ihrer Region, schätzen den jeweiligen Markt besser ein und haben Kontakt zu den lokalen Netzwerken. So beträgt beispielsweise am neuen Standort von Audi México in San José Chiapa aktuell der Anteil an lokalem Personal in der Führungsebene rund 60 %. Nach dem Anlauf soll die Anzahl der lokalen Führungskräfte weiter steigen. 

Foto: Qualifizierungszentrum in San José Chiapa

Internationale Entsendungen

Beim Blick auf den ganzen Konzern zeigt sich, dass die internationalen Entsendungen von Mitarbeitern seit Jahren kontinuierlich zunehmen. Im Rahmen der Strategie des gezielten und nachhaltigen Aufbaus und Transfers von Wissen und Kompetenz im Volkswagen Konzern sind die international eingesetzten Mitarbeiter als Multiplikatoren vor Ort seit langem eine wichtige Stütze. Insbesondere bei Neugründungen von Produktionsstandorten wird das Ziel verfolgt, Kompetenzen in der Belegschaft aufzubauen. So werden einige der neuen Produktionsmitarbeiter frühzeitig vor Beginn der tatsächlichen Fertigung rekrutiert und erhalten individualisierte Qualifizierungspläne. An den Standorten der Muttergesellschaften werden diese Mitarbeiter gezielt on und off the job auf ihre künftige Zielfunktion vorbereitet. Nach ihrer Rückkehr geben sie ihr neu erworbenes Wissen wiederum selbst als Multiplikatoren weiter und tragen dadurch maßgeblich zu erfolgreichen Anläufen neuer Produktionsstandorte bei. Global Assignments begleitet diesen Prozess durch Beratung, Planung und Umsetzung der entsprechenden Einsätze gemeinsam mit den Fachbereichen. 

Unterstützung für begleitende Familienangehörige bei Auslandseinsätzen

In dem Wissen, dass die mitausgereisten Familienmitglieder ein wichtiger Erfolgsfaktor bei Auslandseinsätzen unserer Mitarbeiter sind, bietet der Volkswagen Konzern auch für die begleitenden Partner und Kinder der Foreign Service Employees (FSE) umfangreiche Unterstützung an. Diese umfasst neben der Identifikation geeigneter Betreuungseinrichtungen und Schulen am Gaststandort, sowie der Übernahme der entstehenden Kosten für den Besuch von Krippe, Kindergarten oder Schule, auch ein umfangreiches „Partner Support Program“. In dessen Rahmen haben die begleitenden Partner die Möglichkeit, finanzielle Mittel, beispielsweise zur Realisierung beruflicher Erst- oder Weiterbildungen, Aufnahme eines Studiums oder Erstattung von Kosten im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeiten, abzurufen. Darüber hinaus besteht in vielen Gastländern eine umfangreiche Kooperation zwischen dem Volkswagen Konzern und der Industrie- und Handelskammer beziehungsweise den Außenhandelskammern, die den Partnern unserer FSEs jeweils vor Ort sowohl als Bildungsanbieter wie auch für die Beratung zur beruflichen (Neu-)Orientierung dienen.

Hoher Anteil an schwerbehinderten Beschäftigten

Volkswagen trägt für seine Mitarbeiter – mit und ohne Tätigkeitseinschränkungen – soziale Verantwortung. Auch im Jahr 2015 lag die Volkswagen AG mit einem Anteil von 7,34 % schwerbehinderten Menschen an der Gesamtbelegschaft deutlich über der gesetzlich vorgegebenen Quote von 5 %. Allein in den Fertigungsbereichen arbeiten 56 % der schwerbehinderten Mitarbeiter.

Neben unserem unternehmensinternen Engagement nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung auch außerhalb des Unternehmens wahr. Die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen wird durch die Vergabe von Aufträgen an Werkstätten für Menschen mit Behinderung im Wert von über 20,6 Mio. € im Jahr 2015 von Volkswagen unterstützt. Ebenso fördern wir durch die Bereitstellung von Mobilitätshilfen das selbstständige und unabhängige Leben von Menschen mit Behinderungen.

Auch international engagieren wir uns für unsere Beschäftigten mit Behinderungen. Dazu gehören zum Beispiel sechs geschützte Werkstätten an den ŠKODA Fertigungsstandorten in Tschechien für mehr als 200 Menschen mit Behinderungen. 

Ausbau der Barrierefreiheit

Als Bestandteil der Unternehmenskultur baut Volkswagen die Barrierefreiheit für seine Mitarbeiter konstant weiter aus. Dazu gehört, dass grundsätzlich alle Gebäude, Informationen und Kommunikationseinrichtungen von allen Mitarbeitern unabhängig von einer eventuell vorhandenen Einschränkung ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Um werksinterne barrierefreie Parkplätze, Bistros, Betriebsrestaurants, Selbstbedienungs-Shops, Aufzüge und Sanitätsstationen für alle Mitarbeiter leicht auffindbar zu machen, haben wir die „Karte der Barrierefreiheit“ erstellt, die fortlaufend aktualisiert wird. Wir erweitern unter anderem die Zahl barrierefreier Arbeitsplätze, Bildungsstätten und unsere Präventionsangebote kontinuierlich.

Eine Behinderung darf kein Hindernis für eine Bewerbung bei Volkswagen sein. Im Jahr 2015 wurde deshalb für Ausbildungsplätze die barrierefreie Online-Bewerbung eingeführt. Jeder Bewerber erhält damit eine faire Chance, den Online-Bewerbungsprozess bei Volkswagen abzuschließen. Hat ein Bewerber im Verlauf des Bewerbungsvorgangs Schwierigkeiten fortzufahren, wird ihm vom Unternehmen Hilfe angeboten, die bis zur persönlichen Betreuung durch einen Mitarbeiter von uns reicht.

Im Berichtsjahr wurde Volkswagen mit dem Hessischen Inklusionspreis 2015 ausgezeichnet. Damit wurde das Engagement am Standort Kassel für die inklusive Beschäftigung von rund 1.300 schwerbehinderten Frauen und Männern honoriert. Der Preis würdigte zugleich das langjährige Engagement für die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Handicap im Werk Kassel. Die Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration wird seit 2006 an Wirtschaftsunternehmen unterschiedlicher Größe vergeben. 

Diversitätsmanagement als Erfolgsfaktor

Das Programm „Work2Work“ der Volkswagen AG eröffnet seit 2001 leistungsgewandelten Beschäftigten neue berufliche Perspektiven im Unternehmen. Dabei werden die vorhandenen Potenziale der Beschäftigten mit den Anforderungen des Arbeitsplatzes so passgenau aufeinander abgestimmt, dass sich trotz Leistungswandlung eine hohe Wertschöpfung erzielen lässt. Nahezu 2.000 Menschen haben in den vergangenen Jahren das Programm durchlaufen. In rund 100 verschiedenen Tätigkeitsfeldern arbeiten in Wolfsburg derzeit 818 Mitarbeiter an Work2Work-Arbeitsplätzen. Angelehnt an die drei Prinzipien Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Solidarität wird die Erfolgsgeschichte von Work2Work stetig fortgeschrieben und weiterentwickelt.

Audi baut im Rahmen des Diversitätsmanagements auf Inklusion. Mitarbeiter mit und ohne Behinderung arbeiten ganz selbstverständlich zusammen, auch in der Fertigung. Integrative Teams arbeiten laut einer gemeinsam mit der Universität St. Gallen durchgeführten Studie kreativer als homogene Arbeitsgruppen.

Beschwerdemanagement verankert im Regelwerk

Wenn sich Beschäftigte diskriminiert fühlen, können sie sich – neben dem gesetzlich verankerten Beschwerderecht – in unserem Konzern von geschulten Personen unterstützen und beraten lassen. Auf Initiative des Betriebsrats wurden diese Rechte und Pflichten bereits 1996 nachhaltig in der Betriebsvereinbarung „Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ für alle Beschäftigten und die Standorte der Volkswagen AG verankert, zehn Jahre vor dem Inkrafttreten des „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes“ (AGG). Auch der Umgang mit Mobbing und anderen Formen von Diskriminierung ist in der Vereinbarung geregelt. Die Inhalte dieser betrieblichen Regelung sind Bestandteil der Informationen für jeden neuen Mitarbeiter sowie Teil der Führungskräfteausbildung. Zur Sensibilisierung und Prävention können sich die Beschäftigten in der Broschüre „Kollegialität gewinnt! Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz“ informieren, wie sie selbst aktiv werden können, welche Chancen eine Beratung bietet und was bei einer Beschwerde passiert.