Qualifizierung

Foto: Auszubildender vor Auto

Die fachliche Kompetenz unserer Mitarbeiter ist eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg des Volkswagen Konzerns. Deshalb wird die Aus- und Weiterbildung nach höchsten Standards durchgeführt. Die Qualifizierung und Entwicklung der Mitarbeiter des Volkswagen Konzerns erfolgt systematisch und ist an den Berufsfamilien ausgerichtet. Zu einer Berufsfamilie gehören alle Beschäftigten, die ihre Tätigkeit auf Basis einer gemeinsamen Fachlichkeit ausüben und hierfür verwandte Kompetenzen benötigen. Die jeweilige Berufsfamilie ist somit die fachliche Heimat jedes einzelnen Mitarbeiters im Konzern – vom Auszubildenden bis zum Top-Experten. Der individuelle Qualifizierungs-bedarf für jeden einzelnen Mitarbeiter leitet sich aus den Kompetenz-anforderungen der Berufsfamilie ab und wird bei fast allen Marken und Gesellschaften mindestens einmal jährlich im Mitarbeiter- und Qualifizierungsgespräch identifiziert. Das Lernen und Lehren in den Berufsfamilien erfolgt nach dem dualen Prinzip der engen Verzahnung von Theorie und Praxis.

Qualifizierung in den Berufsfamilien

Die Qualifizierung in den 36 Berufsfamilien bei Volkswagen wird durch 13 Berufsfamilienakademien marken- und standortübergreifend koordiniert. Diese sind unter dem Dach der Volkswagen Group Academy gebündelt. So sollen Synergien genutzt und konzernweit ein herausragendes Qualifikationsniveau der Mitarbeiter sichergestellt werden.

Berufsausbildung nach dem dualen Prinzip

Foto: Auszubildende mit Zeugnis

Die duale Berufsausbildung mit ihrer engen Verzahnung von Theorie und Praxis ist Grundlage für erstklassige Leistungen, die die hohen Kompetenz- und Qualitätsansprüche im Volkswagen Konzern erfüllen. Die Industrie- und Handelskammer würdigte die Leistungen von Auszubildenden bei Volkswagen. So wurden 2015 allein bei der Marke Volkswagen Pkw 104 Kammersieger, 13 Landessieger und fünf Bundessieger ausgezeichnet.

Schon mit dem ersten Tag der Ausbildung beginnt der Entwicklungsweg innerhalb der Berufsfamilie. Dabei wechseln die Auszubildenden regelmäßig zwischen den Lernorten Berufsschule, Trainingszentrum und verschiedenen betrieblichen Einsatzstellen, um optimal auf ihre zukünftige Tätigkeit in der jeweiligen Berufsfamilie vorbereitet zu werden. Die Volkswagen AG lädt jedes Jahr Schülerinnen und Schüler zu Berufsinformationstagen ein. Hier erfahren sie von Auszubildenden und Ausbildern mehr über die Anforderungen und Inhalte der verschiedenen technischen und kaufmännischen Ausbildungsberufe sowie der dualen Studiengänge, die Volkswagen anbietet. 2015 fanden Berufsinformationstage an den Standorten Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Kassel, Emden und Salzgitter statt. Ähnliche Informationsveranstaltungen gab es auch bei anderen Konzernmarken, zum Beispiel Audi, MAN, Scania und Porsche.

Zudem wurde mit Beginn des Ausbildungsjahres 2015 bei Porsche am Stammsitz in Zuffenhausen ein neues Ausbildungszentrum eröffnet und damit langfristig in die Qualität der Qualifizierung und in die Fachkompetenz der Mitarbeiter investiert.

Duale Ausbildung weltweit

Foto: Auszubildende vor Auto

Der Volkswagen Konzern übernimmt Verantwortung fur die nachwachsende Generation und bildete im Dezember 2015 weltweit 18.651 Auszubildende in rund 60 Ausbildungsberufen und 50 dualen Studiengangen aus. Der Konzern hat das duale Prinzip der Berufsausbildung in den vergangenen Jahren an zahlreichen internationalen Standorten eingefuhrt und arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen. 2015 wurde bei Volkswagen do Brasil die für 2016 geplante Einführung der dreijährigen Mechatroniker-Ausbildung nach deutschem Standard vorbereitet. Bei der Planung neu entstehender Werke – wie beispielsweise im mexikanischen Werk San José Chiapa von Audi – wird die duale Ausbildung von Anfang an berücksichtigt. Bereits mehr als drei Viertel aller Auszubildenden im Konzern erlernen ihren Beruf nach dem dualen Prinzip. Die Implementierung dualer Ausbildungskonzepte in China wurde 2015 weiter vorangetrieben.

Konzernweit zeichnet Volkswagen einmal im Jahr die besten Ausgebildeten mit dem „Best Apprentice Award“ aus. 2015 wurden zwölf junge Frauen und 33 junge Männer von insgesamt 40 Konzernstandorten für ihre herausragende Leistung und Fachkompetenz mit diesem Preis geehrt.

Die im Juni 2015 verabschiedete „Charta der Berufsausbildung im Volkswagen Konzern“ zeigt den hohen Stellenwert, den Volkswagen der Ausbildung beimisst. Die Charta beinhaltet grundlegende Vereinbarungen, zum Beispiel über den Auswahlprozess für die Auszubildenden, die Dauer und Qualität der Berufsausbildung, die Arbeitsmittel und die Infrastruktur zur Vermittlung der Lerninhalte sowie die Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis.

Die Arbeitswelt von morgen

Der Volkswagen Konzern ist Vorreiter bei der Modernisierung der Berufsausbildung und stellt sich frühzeitig auf die Digitalisierung der Arbeitswelt ein. Die Experten von Volkswagen und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) erarbeiten Anpassungsbedarfe in Berufsbildern und formulieren Vorschläge für die zukunftsorientierte Ausrichtung der Berufsausbildung – zunächst in Deutschland, später auch international. 2015 lag der Schwerpunkt auf der Entwicklung eines gemeinsamen Tätigkeitsprofils für Instandhalter, das die veränderten Kompetenzanforderungen konkretisiert.

Diese Bemühungen stehen im Kontext einer stetigen Modernisierung der Berufsausbildung. Dazu zählen zum Beispiel die Entwicklung innovativer Lernformate in der Berufsausbildung bei Volkswagen und das Mobile Learning mit Tablets, das 2015 bei Audi zunächst an den deutschen und anschließend auch an den internationalen Standorten Győr und Brüssel als Pilotprojekt eingeführt wurde.

Projekte in der Berufsausbildung

Fahrzeugprojekte

Die auf dem Wörthersee-Treffen vorgestellten Fahrzeugprojekte von Auszubildenden sind beispielhaft für die hochwertige und praxisnahe Berufsausbildung bei Volkswagen. Seit 2008 erhalten die besten Auszubildenden von Volkswagen und Sitech Sitztechnik die Chance, mit dem Wörthersee-GTI ihr Fachwissen sowie ihre Kreativität und Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen und auszubauen. Von der ersten Ideenskizze bis zur Weltpremiere des Golf GTI Dark Shine im Mai 2015 hatten die angehenden Fahrzeuglackierer, Fahrzeuginnenausstatter, Kraftfahrzeugmechatroniker, Mediengestalter sowie Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik nahezu jeden Schritt selbst geplant und umgesetzt. Sie haben dabei mit Experten aus verschiedenen Berufsfamilien zusammengearbeitet und viel fachliches Wissen und Können hinzugewonnen. Zudem sind die vier Frauen und neun Männer zu einem starken Team zusammengewachsen.

Foto: Wörthersee-Treffen

Das gilt auch für die 14 Nachwuchskräfte von Volkswagen Sachsen und die 23 Auszubildenden von ŠKODA, die beim 34. GTI-Treffen mit dem Golf Variant Biturbo Edition und dem ŠKODA FUNstar aus Mladá Boleslav ihre selbst entwickelten Fahrzeugprojekte präsentierten.

Wettbewerb

Das Auszubildenden-Team von Volkswagen „MoWaApp“ (Most Wanted Application) hat das Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend gründet“ im Juni 2015 gewonnen. Die Volkswagen Auszubildenden überzeugten durch ihren Businessplan für eine „SchnellSparer“-Einkaufs-App, die in Supermärkten der Umgebung nach Sonderangeboten sucht und dementsprechend Einkaufslisten sowie eine Gesamtkalkulation mit Wegzeiten und Anfahrtskosten erstellt. In diesem Wettbewerb konnten Schüler und Auszubildende ihre unternehmerischen Kompetenzen unter Beweis stellen und ausbauen.

Foto: "MoWaApp" gewinnt Bundesfinale von "Jugend gründet"

Ausstellungsprojekt

20 Auszubildende von Volkswagen hatten im Juni die Gelegenheit, mit dem renommierten Künstler Michael Beutler gemeinsam an dessen Ausstellung „Moby Dick“ im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin zu arbeiten. Mit einem Künstler unmittelbar zusammenzuarbeiten, war für die meisten jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 22 Jahren neu. Das Ausstellungsprojekt ist Teil der mehrjährigen Partnerschaft zwischen Volkswagen und der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin, die in das internationale Kulturengagement eingebettet ist.  

Engagement

Weltweit anerkannt ist das Engagement des Konzerns für die Gedenkstätte Auschwitz. Sechsmal jährlich reisen Auszubildende der Volkswagen AG und seit 2012 auch von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften für je zwei Wochen nach Auschwitz, um dort gemeinsam mit polnischen Jugendlichen zum Erhalt der Gedenkstätte beizutragen. Rund 2.700 Jugendliche aus Deutschland und Polen nahmen in den vergangenen 27 Jahren an dem Projekt teil. Die Gedenkstättenarbeit fördert Verantwortung und vermittelt den Auszubildenden Werte wie Toleranz und kulturelle Offenheit. Seit 2008 nehmen jedes Jahr auch Manager, Managementnachwuchskräfte und Meister an dem Projekt teil.   

Die Audi-Töchter Lamborghini und Ducati legen mit ihrem gemeinsamen Sozialprojekt „Dual Education System Italy“ (DESI) einen wichtigen Akzent auf Ausbildung als Teil der Unternehmensverantwortung. Sie haben in Zusammenarbeit mit der Volkswagen Belegschaftsstiftung, dem italienischen Ministerium für Unterricht, Universitäten und Forschung sowie dem Bildungsministerium der Region Emilia-Romagna ein duales Ausbildungskonzept für italienische Jugendliche entwickelt, die größtenteils aus sozial benachteiligten Familien stammen.

Weiterbildung für junge Fachkräfte

Die Entwicklung von Fachkräften folgt dem dualen Prinzip. Hier werden die jungen Fachkräfte von erfahreneren Kollegen unterstützt. Das Lernen im Tandem spielt eine wichtige Rolle. Denn Wissen und Erfahrung können am besten über das persönliche Erleben weitergegeben werden.

Besonders talentierte junge Fachkräfte werden in Talentkreisen gefördert. In diese auf zwei Jahre angelegten Entwicklungs- und Qualifizierungsprogramme werden die besten 10 % der Ausgebildeten eines Prüfungsjahrgangs der Volkswagen AG und der Volkswagen Sachsen GmbH am Standort Zwickau aufgenommen. Schwerpunkt dieser Programme ist es, die fachliche Exzellenz und die persönliche Entwicklung aller Teilnehmer individuell zu fördern.

Nach ihrer Ausbildung haben Berufsanfänger die Möglichkeit, mit dem Programm „Wanderjahre“ für zwölf Monate zu einer Konzerngesellschaft ins Ausland zu gehen. An diesem Entwicklungsprogramm nahmen im Berichtsjahr 38 Standorte des Volkswagen Konzerns in 17 Ländern teil; erstmals beteiligten sich auch die Porsche AG und die Sitech GmbH. Im Jahr 2015 traten 59 Programmteilnehmer aus Deutschland sowie 18 Teilnehmer aus neun weiteren Ländern ihr Wanderjahr im Volkswagen Konzern an.

Entwicklung von Hochschulabsolventen

Volkswagen bindet seinen akademischen Nachwuchs mit einem differenzierten Konzept, das aus zwei Elementen besteht: der Studentischen Talentbank und dem Akademischen Talentpool. Mit der Studentischen Talentbank fördert Volkswagen besonders leistungsstarke Studenten im fachlichen und überfachlichen Bereich. Ziel ist es, die ehemaligen Praktikanten an das Unternehmen zu binden und optimal auf einen Berufseinstieg bei Volkswagen vorzubereiten.

In Seminaren zu den Themen Präsentation, Kommunikation sowie Selbst-, Zeit- und Stressmanagement können die Studenten ihre überfachlichen Kenntnisse erweitern. Bei Exkursionen zu Fachmessen und Volkswagen Standorten sowie durch Fachvorträge erlangen die Studenten weiteres fachliches Wissen und lernen die Volkswagen Welt noch genauer kennen. Die Programmkoordination steht den Teilnehmern während ihrer Zeit in der studentischen Talentbank immer zur Seite und gewährleistet eine exklusive Betreuung. Spezielle fachliche Fragen werden von einem zuständigen Paten im Fachbereich beantwortet. Darüber hinaus erhalten die Talente Unterstützung bei der Suche nach einem weiteren In- oder Auslandspraktikum oder nach einem Platz für ihre Abschlussarbeit.

In den akademischen Talentpool werden junge Potenzialträger kurz vor ihrem Studien- oder Promotionsabschluss aufgenommen. Die begabten jungen Studenten, die sich und ihr Können bereits im Rahmen eines Praktikums, einer Abschlussarbeit oder einer Promotion bei Volkswagen gezeigt haben, können so im Unternehmen sichtbar gemacht und für einen Berufseinstieg in den Fachbereichen berücksichtigt werden. Damit haben die Mitglieder des Akademischen Talentpools eine erweiterte Chance auf einen Berufseinstieg bei Volkswagen. Die Fachbereiche haben die Möglichkeit, aus einer Vielzahl kompetenter und motivierter Bewerber auszuwählen. Anhand eines regelmäßigen Newsletters können sich die Potenzialträger zudem über aktuelle Meldungen und Neuigkeiten rund um Volkswagen informieren.

Foto: Hochschulabsolventen in Fabrik

Volkswagen bietet Hochschulabsolventen zwei strukturierte Programme, um in das Unternehmen einzusteigen. Angeboten werden die Traineeprogramme StartUp Direct und StartUp Cross. Beim Programm StartUp Direct erhalten die Trainees für einen Zeitraum von zwei Jahren neben der Arbeit im eigenen Fachbereich einen guten Überblick über das Unternehmen und nehmen an ergänzenden Qualifizierungsmaßnahmen teil. Hochschulabsolventen mit internationaler Ausrichtung können auch das 18-monatige Programm StartUp Cross durchlaufen. Das Ziel des Traineeprogramms ist es, das Unternehmen als „Ganzes“ kennenzulernen und ein breites Netzwerk aufzubauen. In dieser Zeit lernen sie bei Einsätzen in verschiedenen Fachbereichen entlang der Wertschöpfungskette Volkswagen kennen und erweitern darüber hinaus ihr Wissen und ihre Erfahrung an verschiedenen inländischen und ausländischen Standorten der Marke Volkswagen Pkw. Beide Programme sehen ergänzend einen mehrwöchigen Einsatz in der Produktion vor. 346 Trainees wurden 2015 im Rahmen eines der beiden Programme bei Volkswagen eingestellt; davon waren rund 30 % Frauen.

Auch an den internationalen Konzernstandorten werden Traineeprogramme angeboten, wie beispielsweise bei ŠKODA in Tschechien und Scania in Schweden. Zusätzlich bietet der Volkswagen Konzern jungen Ingenieuren aus Südeuropa mit dem Traineeprogramm StartUp Europe bereits seit 2012 die Chance, internationale Berufserfahrung zu sammeln. Volkswagen richtet sich mit diesem Programm an Hochschulabsolventen aus Italien, Spanien und Portugal. Auf einen dreimonatigen Einsatz in einer Auslandsgesellschaft folgen 21 Monate in einer deutschen Konzerngesellschaft. Eine Festanstellung ist nach dem zweijährigen Programm möglich: 2015 wurden 22 junge Ingenieure nach erfolgreicher Teilnahme übernommen.

Sieben Hochschul-Teams aus Deutschland und den Niederlanden gingen 2015 mit Unterstützung von Volkswagen bei der internationalen „Formula Student Germany“ auf dem Hockenheimring mit selbst entwickelten Rennwagen an den Start. Zu den von Volkswagen unterstützten Teams gehörten insgesamt fast 400 Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen wie Maschinenbau, Elektrotechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Volkswagen unterstützte sie mit dem Rat seiner Experten und sorgte dafür, dass die Teams auf einer soliden finanziellen Basis arbeiten konnten.

Zahlreiche Qualifizierungsangebote

Foto: Chinesische Masterstudenten bei der Arbeit

Für Fachkräfte und Experten im Volkswagen Konzern gibt es ein breites Qualifizierungsangebot. Dazu zählen sowohl überfachliche als auch fachliche Qualifizierungen. Letztere werden insbesondere durch die Berufsfamilienakademien entwickelt und durchgeführt. Insgesamt wurden 2015 im Volkswagen Konzern über 83.000 Qualifizierungs-maßnahmen mit mehr als 10,7 Mio. Teilnehmerstunden durchgeführt. Um stets die aktuellen Qualifizierungsbedarfe im Volkswagen Konzern zu erfüllen, wird das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt. Im Berichtsjahr 2015 wurden allein für die Marke Volkswagen mehr als 520 Programme und Maßnahmen neu entwickelt. An den chinesischen Konzernstandorten war 2015 die Qualifizierung der Belegschaft auf dem Gebiet der Elektromobilität, insbesondere der Hochvolt-Technik, ein Schwerpunkt.

Standards der Personalentwicklung in Führung und Management

Die Standards für die Prozesse zur Personalentwicklung zukünftiger Führungskräfte und Manager konnten 2015 zu einem großen Teil konzernweit vereinheitlicht werden. Allein bei der Marke Volkswagen Pkw Deutschland fanden 2015 über 210 Führungs-, Meister- und Managementqualifizierungen sowie Assessment-Center statt. International führte die Volkswagen Group Academy u. a. in Argentinien, Brasilien, China, England, Indien, Irland, Portugal, Russland, der Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien und den USA insgesamt rund 75 Qualifizierungen und Assessment-Center für Führungskräfte, Meister und Manager durch. Darüber hinaus wurden 2015 weitere Standorte und Marken zertifiziert, um Veranstaltungen zur Qualifizierung und Auswahl zukünftiger Führungskräfte und Manager in Eigenverantwortung umzusetzen.

Seit Oktober 2015 durchlaufen erstmals Manager der Nutzfahrzeugmarken MAN, MAN Latin America, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge gemeinsam das englischsprachige Programm iLead (internationales Leadership-Programm). Dadurch werden neben der Qualifizierung auch das Verständnis und die Vernetzung zwischen den Nutzfahrzeugmarken gefördert.

Qualifizierung von Trainern

Die standort- und markenübergreifende Qualifizierung von Trainern für Führungs-, Meister- und Managementprogramme sowie von Assessment-Center-Moderatoren wurde 2015 weiter ausgebaut, um konzernweit einheitlich hohe Standards sicherzustellen. Der Volkswagen Group Academy International Campus 2015 diente der Weiterbildung und dem internationalen Austausch von 42 qualifizierten Trainern und Moderatoren aus sechs Marken und 13 Ländern.

Weiterbildung auf wissenschaftlichem Niveau

Die AutoUni als Teil der Volkswagen Group Academy stellt akademisches Expertenwissen zur Verfügung. Ziel ist es, die fachliche Qualität in den Berufsfamilien von Volkswagen zu steigern und die Vernetzung unter den Experten zu fördern. In neun Instituten werden gemeinsam mit den Akademien der Berufsfamilien und kooperierenden Hochschulen Bildungsangebote für die Experten der Berufsfamilien des Konzerns erarbeitet.

Zudem werden vielfältige Weiterbildungsformate entwickelt, um den Wissensschatz aus dem Konzern sowie von Hochschulprofessoren und Spezialisten der Wirtschaft weiterzugeben und neues akademisches Wissen zu generieren. So wurden 2015 unter anderem Weiterbildungsformate zu den Themen Nachhaltigkeit, Elektromobilität und Elektrifizierung der Produktion sowie – in Zusammenarbeit mit der Stanford University – ein Online-Kurs zum Thema Werkstoffe für Experten im Konzern angeboten.

Die Angebote der in Wolfsburg ansässigen AutoUni werden auch für die internationalen Konzernstandorte verfügbar gemacht, 2015 unter anderem für die Standorte Puebla (Mexiko), Peking (China), Crewe (England), und Győr (Ungarn). Insgesamt nahmen 2015 rund 8.000 Personen an über 150 Veranstaltungen der AutoUni teil. Von den jährlich insgesamt über 750 internen und externen Referenten stammt fast ein Drittel aus dem Bereich Fahrzeugtechnik.

Vernetzung von Hochschulwissen

Foto: Gruppenbild Autouni

Im Rahmen zahlreicher Forschungsprojekte sowie Dissertationen und Abschlussarbeiten arbeitet die AutoUni mit international renommierten Hochschulen, Instituten und Forschungszentren zusammen. Ende des Jahres 2015 forschten mehr als 530 Doktoranden in den verschiedenen deutschen Konzerngesellschaften an zukunftsorientierten, für das Unternehmen relevanten Themen. Die AutoUni unterstützt die Doktoranden mit Seminaren und bietet ihnen mit Doktorandenkolloquien die Gelegenheit, ihre aktuellen Projekte der konzernweiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Außerdem berät und unterstützt die AutoUni den Volkswagen Konzern bei der Identifizierung geeigneter wissenschaftlicher Partner in Forschung und Lehre. Sie vernetzt die internen Ansprechpartner für Hochschulkontakte im Konzern, um Synergien zwischen den Marken und Gesellschaften herzustellen und einheitliche Prozesse zu gewährleisten. Zudem erfasst die AutoUni für den Volkswagen Konzern die Hochschulkooperationen weltweit: Aktuell verfügt der Konzern über mehr als 2.000 nationale und internationale Hochschulkooperationen mit Universitäten, Fachhochschulen und Forschungsinstituten.

Um der Grundlagenforschung im Bereich der Speichertechnologien Impulse zu geben, wurde 2015 in Tokio erneut der internationale „Wissenschaftspreis Elektrochemie“ von Volkswagen und BASF vergeben. Den Preis erhielt Dr. Bryan McCloskey, University of California, Berkeley, USA, für seine herausragenden Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Lithium-Luft-Batterie.

Wissensoffensive Digitalisierung

Nur wer sich frühzeitig auf neue Berufe, Qualifikationen und Arbeitsmethoden einrichtet, bleibt langfristig zukunftsfähig. Volkswagen hat im Jahr 2015 das Konzept der „Guten Arbeit in der Fabrik 4.0“ entwickelt und auf einer internationalen Expertenkonferenz im Rahmen der Hannover Messe vorgestellt. Im Zentrum des Konzepts steht qualifikationsfördernde Arbeit in den hoch automatisierten Fabriken der Zukunft, die sich auch positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirkt. Ziel von Volkswagen ist es, in den kommenden Jahren immer mehr belastende oder routinehafte Arbeitsplätze zu automatisieren, wobei vor allem kooperierende Leichtbau-Roboter zum Einsatz kommen sollen. Gleichzeitig werden Konzepte entwickelt, um die Arbeitsplätze auf den Shopfloor auszurichten und damit aufzuwerten. Dieses Konzept ist auch eine Antwort auf den demografischen Wandel, der die Verfügbarkeit qualifizierter Facharbeit in den kommenden Jahren einschränken wird. Zur Unterstützung dieser Veränderungen hat Volkswagen im Mai 2015 die „Wissensoffensive Digitalisierung“ gestartet. Diese richtet sich zunächst an Mitarbeiter der Marken Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge in Deutschland, um ihnen ein Grundverständnis der Digitalisierung zu vermitteln.

In der ersten Phase kommen sie im Intranet mit Hilfe von kurzen Filmen und Lernquizzen mit dem Thema in Kontakt. In der zweiten Phase können sie an Veranstaltungen in verschiedenen Unternehmensbereichen teilnehmen und dort den Einsatz neuer Technologien erleben. Die dritte Phase sieht berufsspezifische Qualifizierungen in den Berufsfamilien von Volkswagen vor. Der markenübergreifende und internationale Rollout der Wissensoffensive Digitalisierung erfolgte Ende 2015.