Beteiligung

Eine faire Vergütung, eine angemessene Erfolgsbeteiligung und die Mitbestimmung durch Arbeitnehmervertreter sind wichtige Voraussetzungen für die Motivation, Leistungsbereitschaft und Mitwirkung unserer Mitarbeiter. Diese Faktoren fördern die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen Konzerns und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen. Deshalb setzen wir im Dialog mit unseren Beschäftigten Standards für gute Arbeit. Vergütung, Beteiligung und Mitbestimmung spielen zudem eine sehr wichtige Rolle bei unserem Bestreben, ein Arbeitgeber erster Wahl zu sein.

Faire Vergütung durch Sozialcharta

Gemäß unserer Sozialcharta sollen die Vergütungen und Leistungen, die für eine normale Arbeitswoche gezahlt beziehungsweise erbracht werden, mindestens dem rechtlich gültigen und zu garantierenden Minimum entsprechen. Außerdem sollen sie den Beschäftigten und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard sichern. Die Tarifparteien berücksichtigen bei der Ausgestaltung der Löhne im Rahmen von Tarifverhandlungen das Verhältnis der Eintrittsgehälter zum lokalen Mindestlohn. Dabei wird nicht nach Geschlecht differenziert: Unsere Arbeitnehmer werden grundsätzlich auf der Grundlage ihrer Qualifikation und ihrer Fähigkeiten ausgesucht, eingestellt und gefördert. 

Leistungsförderung und Erfolgsbeteiligung

Leistung systematisch zu fördern und zu honorieren sowie die Vergütungssysteme auf eine nachhaltige Beteiligung der Beschäftigten am erreichten Unternehmenserfolg auszurichten – das sind wichtige Bestandteile unserer Personalstrategie. Seit 2010 gibt es in der Volkswagen AG durchgängige und einheitliche Kriterien für die Entwicklung von Kompetenz und für die Bewertung von Leistung. Diese Kriterien gelten für die gesamte Belegschaft – vom Auszubildenden bis zum Top-Manager. Sie sind durch konkrete Anreizsysteme in der Entgeltstruktur unterlegt.

Für die Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG gilt ein Entgeltsystem, das aus drei Hauptelementen besteht:

  • der Grundvergütung in Form eines wettbewerbsfähigen monatlichen Entgelts,
  • der leistungsorientierten Vergütungskomponente, die zusätzlich die Leistungen jedes Einzelnen honoriert, und
  • dem tariflich vereinbarten Anspruch auf Erfolgsbeteiligung.

Dieses dreistufige Vergütungssystem hat sich in der Volkswagen AG als Instrument zur Teilhabe der Belegschaft am Erfolg bewährt. Es trägt gleichzeitig dazu bei, individuelle Leistung zu honorieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Im Konzern wird das beschriebene dreistufige Vergütungssystem zunehmend als Standard umgesetzt, unter anderem bei ŠKODA sowie bei Volkswagen Group Rus am Standort Kaluga und bei Volkswagen de México.

Foto: Mitarbeiter im Gespräch

Mitarbeiterbeteiligung

Volkswagen setzt auf hohe Fachkompetenz seiner Beschäftigten und auf starken Teamgeist. Das Unternehmen investiert in seine Beschäftigten, fördert ein gutes Arbeitsklima und bietet ihnen attraktive Entwicklungsmöglichkeiten. Dazu gehört auch, dass Meinungen, Einschätzungen und konstruktive Kritik von Mitarbeitern Gehör finden. Ein Instrument, das wir hierfür konzernweit anwenden, ist das Stimmungsbarometer. Mit diesem können sich die Mitarbeiter aktiv in das Unternehmensgeschehen einbringen. Wir erheben mit dieser konzernweit einheitlichen Mitarbeiterbefragung regelmäßig die Zufriedenheit der Beschäftigten. Um das Stimmungsbarometer grundlegend zu überarbeiten, haben wir im Frühjahr 2015 die konzernweite Durchführung des Instruments ausgesetzt. Künftig sollen Veränderungsprozesse, die aus dem Stimmungsbarometer resultieren, noch nachhaltiger umgesetzt werden. Entsprechend stand das Jahr 2015 ganz im Zeichen der Umsetzung von Maßnahmen des Stimmungsbarometers 2014.

Auch bei der stetigen Verbesserung unseres Produktionssystems setzen wir auf die Beteiligung unserer Mitarbeiter. Auf Basis von Betriebsvereinbarungen zum Volkswagen Weg beteiligt sich die Belegschaft der Volkswagen AG bereits seit 2007 an der Arbeitsorganisation und Effizienzsteigerung im Unternehmen. Wir verfolgen damit das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Beschäftigung zu sichern. Dies wird durch eine Vielfalt an Instrumenten und Methoden gewährleistet, die darauf abzielen, Prozesse und Strukturen in Bezug auf Produktivität, Qualität sowie Ergonomie, Führung und Zusammenarbeit ständig weiterzuentwickeln. Auch im Geschäftsjahr 2015 lag der Schwerpunkt des Volkswagen Wegs darauf, die Arbeitsabläufe zu optimieren. Dazu wurden geschäftsbereichsübergreifende Projekte initiiert und umgesetzt, beispielsweise die Standardisierung und automatisierte Erstellung des Schriftverkehrs über das Anwendungssystem ESCRIBA für den Personalbereich.

Mit ihrer Kreativität, ihrem Wissen und ihrer Initiative übernehmen die Mitarbeiter im Rahmen des Ideenmanagements Verantwortung für die Verbesserung der Prozesse und Produkte. In Deutschland haben die Mitarbeiter seit 1949 über das damalige betriebliche Vorschlagswesen und das heutige Ideenmanagement mehr als 2,1 Mio. Ideen eingereicht und für das Unternehmen Einsparungen von circa 3,3 Mrd. € an den deutschen Standorten der Volkswagen AG und der Volkswagen Sachsen GmbH erzielt. Das Ideenmanagement ist ein wichtiges Führungs- und Motivationsinstrument für betriebliche Vorgesetzte. Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Arbeit bei Volkswagen sicherer und gesundheitsverträglicher zu machen und die Ziele zur Reduzierung von Energie- und Wasserverbrauch, Abfallaufkommen, Lösemittel- sowie CO2-Emissionen zu erreichen.

Ideenmanagement im Volkswagen Konzern*

  2015 2014
Eingereichte Verbesserungsideen 536.081 463.042
Umgesetzte Verbesserungsideen 360.454 306.432
Einsparungen in Mio. € 374,9 324,4
Prämien in Mio. € 38,7 35,2
  
* 41 teilnehmende Produktionsstandorte. Stand: 31.12.2015.

Tarifverhandlungen und Streiks

Im Jahr 2015 wurden insgesamt zwölf Tarifvertrags- und Kollektivvertragsabschlüsse an internationalen Pkw-Produktionsstandorten getätigt. Bei Volkswagen do Brasil kam es in den Werken Anchieta und Taubaté zu mehrtägigen Streiks im Rahmen der Verhandlungen über ein Restrukturierungsprogramm. Von politisch motivierten Streiks waren die Konzernstandorte in Spanien, Italien und Belgien betroffen: So wurde bei Volkswagen Navarra im Rahmen des nationalen Tages der Arbeitssicherheit die Arbeit für 24 Stunden niedergelegt. Ein regionaler Streik gegen geplante Arbeitsmarktreformen der Regierung führte bei Lamborghini und Ducati zu einem eintägigen Streik. Auch bei Audi Brüssel wurde an einem Tag gegen geplante Maßnahmen der Regierung gestreikt.

Flexibilisierung und Beschäftigungssicherung

Im Volkswagen Konzern können die Standorte weltweit auf ein breites Spektrum an Flexibilitätsinstrumenten zurückgreifen, die wesentlich zur Sicherung von Beschäftigung beitragen. Mit den drei Handlungsfeldern Arbeitszeitflexibilität, Mitarbeiterflexibilität und Veränderung von Arbeitsvolumen kann sowohl kurz- als auch langfristig auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagiert werden.  

In konjunkturabhängigen Branchen, wie in der Automobilindustrie, spielt Flexibilität auch bei der Beschäftigung eine große Rolle. Wir setzen unsere Flexibilitätsinstrumente kaskadierend ein und ergänzen diese am Standort gegebenenfalls mit zusätzlichen Instrumenten, die wir mit der Arbeitnehmervertretung vereinbaren. Sind die internen Möglichkeiten ausgeschöpft, werden standortübergreifende Maßnahmen geprüft. Dazu gehören zum Beispiel die Möglichkeiten der Mitarbeitermobilität innerhalb des Konzerns oder auch, dass sich das Arbeitsvolumen über In- beziehungsweise Outsourcing sowie standortübergreifende Drehscheiben beeinflussen lässt.  

Bei Volkswagen Navarra in Pamplona wurden im Berichtsjahr Vorruhestandsregelungen abgeschlossen, die das Handlungsfeld der Mitarbeiterflexibilität ergänzen. Dazu gehören auch Qualifizierungsprogramme, die eine der beschäftigungssichernden Maßnahmen bei Volkswagen Autoeuropa in Setúbal waren. Über 100 Mitarbeiter konnten in 2014 und 2015 an Qualifizierungs-programmen teilnehmen, die durch die Berufsakademie „Advanced Technical Education Centre“ (ATEC) mit staatlicher Förderung angeboten wurden. Ermöglicht wurde hier zum Beispiel eine Weiterqualifizierung von Mitarbeitern aus der Fertigung zu Teamleitern oder Meistern. Weitere interne Qualifizierungsmaßnahmen, unter anderem im Lean Center, ergänzten das Angebot. Eine Maßnahme zur Absicherung der Beschäftigung im Rahmen der Mitarbeiterflexibilität ist nach wie vor der Einsatz von im Durchschnitt über 200 Mitarbeitern von Volkswagen Autoeuropa an internationalen Standorten innerhalb des Konzerns.  

Bei Volkswagen Group Rus in Kaluga wurde eine Erweiterung der Arbeitszeitflexibilität im Tarifvertrag vereinbart. Seit Oktober 2015 gilt ein Flexibilitätskonto, das die Möglichkeit bietet, bis zu 98 Minusstunden aufzubauen. Darüber hinaus können bis zu vier Schließtage pro Jahr vereinbart werden. Weitere Ausfallschichten werden mit zwei Dritteln des Entgeltes vergütet.  

Auf Basis des Programms zur Beschäftigungssicherung in Brasilien wurde im Werk Anchieta in enger Abstimmung mit der Gewerkschaft ab Oktober 2015 die Arbeitszeit der Beschäftigten um rund 20 % auf eine Vier-Tage-Woche reduziert. Ein Teil der Einkommenseinbußen kompensieren staatliche Träger.

Insgesamt trägt das breite Spektrum an Flexibilitätsinstrumenten im Volkswagen Konzern zur Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung bei. Dabei ist allen Mitarbeitern der Volkswagen AG aufgrund des „Tarifvertrags zur nachhaltigen Standort­ und Beschäftigungssicherung“ eine sichere Beschäftigung garantiert.

Übernahme von Auszubildenden

In der Volkswagen AG werden laut Tarifvertrag alle Auszubildenden nach ihrer Ausbildung übernommen. Ob die Übernahme unbefristet oder befristet erfolgt, hängt von der Leistung ab. Gemäß der Betriebsvereinbarung „Leistungsorientierte Übernahme von Ausgebildeten“ müssen die Ausgebildeten definierte Leistungsanforderungen erfüllen, um in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen zu werden. Auszubildende, die die vereinbarten Anforderungen nicht erfüllen, erhalten einen auf zwei Jahre befristeten Arbeitsvertrag. In diesem Zeitraum erfolgt die Entscheidung über eine Aufnahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis auf Basis von regelmäßigen Feedbackgesprächen sowie der Leistungseinschätzung aus dem tariflichen Mitarbeitergespräch. Die Übernahmequote im Jahr 2015 lag bei nahezu 100 %.

Mitwirkung und Mitbestimmung

Volkswagen verfügt über eine weltweit anerkannte Kultur der Beteiligung von Arbeitnehmern. An vielen Standorten gibt es eine duale Vertretungsstruktur der Beschäftigten mit einer gewerkschaftlichen Interessenvertretung und einem Betriebsrat. Zahlreiche Gesellschaften verfügen zudem über Aufsichtsgremien, in denen Arbeitnehmer vertreten sind. Die internationale Charta der Arbeitsbeziehungen räumt den Arbeitnehmervertretungen weltweit die Möglichkeit ein, Vereinbarungen mit dem lokalen Management über genau definierte Informations-, Konsultations- und Mitbestimmungsrechte abzuschließen. Die gut ausgebaute Beteiligung im Volkswagen Konzern hat sich im Lauf der Jahrzehnte als sehr erfolgreich erwiesen: Bei wesentlichen Veränderungen im Unternehmen werden die Arbeitnehmervertretungen in der Regel bereits früh in die Prozesse einbezogen. So ist sichergestellt, dass Veränderungsprozesse gemeinsam angegangen und von der gesamten Belegschaft mitgetragen werden.

Struktur der internationalen Arbeitnehmervertretung

Die Strukturen der internationalen Arbeitnehmervertretungsgremien werden kontinuierlich an die Weiterentwicklung des Volkswagen Konzerns angepasst. Seit seiner Gründung 1999 ist die Anzahl der Mitglieder des Weltkonzernbetriebsrats (WKBR) stetig gestiegen. Aktuell sind 94 Arbeitnehmervertreter in der jährlich stattfindenden Sitzung des WKBR vertreten. Auch der Europäische Konzernbetriebsrat (EKBR) ist seit seiner Gründung im Jahr 1990 entsprechend kontinuierlich angepasst worden und besteht aus 73 Mitgliedern. Einmal im Jahr kommen die Mitglieder beider Gremien in einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Neben dem internen Austausch zur aktuellen Situation an den Standorten und gemeinsamen Diskussionen findet dabei auch ein Austausch mit den jeweiligen Personalleitern und der Konzernleitung statt, um über zukünftige Produkt- und Belegschaftsplanungen sowie über Sozial- und Personalstandards zu informieren und zu beraten.

Gemeinsame Sitzung des Europäischen und Weltkonzernbetriebsrats

Bei der jährlichen Sitzung des EKBR und WKBR im Oktober 2015 in Wolfsburg tagten seitens Arbeitnehmervertretung und des Personalwesens insgesamt 229 Teilnehmer aus 83 Standorten in 24 Ländern weltweit. Zusätzlich zu den ordentlichen Mitgliedern beider Gremien wurden erneut Vertreter der Gewerkschaften aus den Standorten in Russland und China als Gäste eingeladen.
Mittlerweile wird auf diesen Sitzungen in 13 Sprachen simultan übersetzt. Somit ist sichergestellt, dass alle Mitglieder umfassend informiert sind und sich entsprechend in ihrer jeweiligen Landessprache einbringen können.

Darüber hinaus fanden im Jahr 2015 drei Präsidiumssitzungen des EKBR und WKBR statt, in die alle Marken und Regionen, einschließlich der Porsche Holding Salzburg sowie der Financial Services AG, einbezogen waren.

Außerdem tagten turnusmäßig die aktuell fünf dem EKBR und WKBR zugeordneten Ausschüsse, in denen unterschiedliche Unternehmensbereiche gebündelt sind: Finanzdienstleistungs- und Vertriebsgesellschaften, Nutzfahrzeuge, Maschinenbau, Audi, Verbindungs- und Koordinationsausschuss China. Diese Ausschüsse tagen mindestens einmal im Jahr, sowohl die Arbeitnehmervertretung intern als auch gemeinsam mit Unternehmensvertretern.

Ausschüsse

Ausschuss Finanzdienstleistungs- und Vertriebsgesellschaften

Beim jährlichen Ausschuss für Finanzdienstleistungs- und Vertriebsgesellschaften im Mai 2015 in Braunschweig nahmen insgesamt 50 Personen aus 30 Standorten in elf Ländern teil. Den Teilnehmern wird hier regelmäßig der aktuelle Status der einzelnen Gesellschaften zur Umsetzung der Charta der Arbeitsbeziehungen und der Charta der Zeitarbeit sowie zu Angeboten über gesundheitsfördernde Maßnahmen berichtet.

Ausschuss Nutzfahrzeuge

Der Ausschuss Nutzfahrzeuge, der aus Arbeitnehmervertretern der Marken MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge besteht, hat sich 2015 dreimal getroffen, um über die zukünftige Zusammenarbeit zu beraten. Der Ausschuss hat bei Synergieprojekten, die sich auf die Beschäftigung auswirken, Mitbestimmungsrechte. Im September 2015 stimmten die Arbeitnehmervertreter erstmals konkreten Projekten zu. Darunter waren die Umsetzung einer zentralen Produktion nichtangetriebener Achsen am Standort Salzgitter und die zentrale Getriebefertigung am schwedischen Standort Södertälje. Der Aufbau der Nutzfahrzeug Holding und des damit verbundenen Aufsichtsrats waren ebenfalls wichtige Themen, die vom Ausschuss begleitet wurden.

Verbindungs- und Koordinationsausschuss China

Der Verbindungs- und Koordinationsausschuss China wurde 2008 zur Verbesserung von Arbeitnehmersituation, Arbeitsbedingungen, Beteiligungsrechten und Beschäftigungssicherheit in den chinesischen Joint- Venture-Gesellschaften eingerichtet und dient insbesondere als Plattform für einen kontinuierlichen Dialog mit den dortigen Arbeitnehmervertretern. Dieser Ausschuss findet grundsätzlich zweimal im Jahr statt. Vor allem die Charta der Zeitarbeit und die chinesische Gesetzgebung zur Zeitarbeit beschäftigten 2015 den Ausschuss. 

Internationale Vereinbarungen zwischen Weltkonzernbetriebsrat und Konzernleitung

Vereinbarungen, die zwischen dem Weltkonzernbetriebsrat und der Volkswagen Konzernleitung geschlossen werden, gelten für alle Gesellschaften, die Mitglied im Weltkonzernbetriebsrat sind. Mittlerweile wird die Kultur der Mitbestimmung international durch zentrale Chartas wesentlich geprägt:

In der Regel geben diese Chartas den Rahmen für die jeweilige lokale Umsetzung.

Charta der Arbeitsbeziehungen

Die Charta der Arbeitsbeziehungen liefert den Rahmen dafür, die lokalen Arbeitsbeziehungen verantwortungsvoll und im Sinne der kooperativen Konfliktbewältigung weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei das Zusammenspiel von Beteiligungsrechten für die Arbeitnehmervertretungen auf der einen Seite sowie der Bereitschaft zu Mitverantwortung und Leistungsbereitschaft auf der anderen Seite. Die Charta definiert Beteiligungsrechte (Information, Konsultation oder Mitbestimmung) für soziale, personelle sowie wirtschaftliche Angelegenheiten. Auf dieser Grundlage verabreden Arbeitnehmervertretungen und Unternehmen die lokale Umsetzung. In diesem Zusammenhang fanden auch im Jahr 2015 verschiedene Umsetzungsaktivitäten und Workshops innerhalb des Volkswagen Konzerns statt. Im Bereich Pkw galt dies in besonderem Maße für die Marken ŠKODA und Bugatti sowie für Volkswagen do Brasil und die Volkswagen Group Rus. Überdies erfolgte ein erster gewerkschaftsinterner Auftaktworkshop mit den Arbeitnehmervertretern von Bentley.

Als erster Standort im MAN-Konzern wurde in Steyr, Österreich, Anfang des Jahres 2015 eine Standortvereinbarung zur Charta der Arbeitsbeziehungen unterzeichnet. Bei Personalentscheidungen hat der Betriebsrat nun klar definierte Mitbestimmungsrechte und bei wirtschaftlichen Entscheidungen wird die Arbeitnehmerseite stärker einbezogen. Zudem finden jedes Jahr vier Betriebsversammlungen statt – bisher gab es nur eine.

Auch am Standort MAN Türkiye A.Ş. in Ankara wurde die Charta der Arbeitsbeziehungen unterschrieben mit dem Ziel, die Grundsätze der Zusammenarbeit festzulegen. Dazu gehören unter anderem die Etablierung einer Interessenvertretung für Angestellte und die regelmäßige Durchführung von Betriebsversammlungen. 

Charta der Zeitarbeit

Mit der Charta der Zeitarbeit wurden Grundsätze zum Einsatz von Zeitarbeitnehmern (Leiharbeit) im Volkswagen Konzern beschlossen, wie zum Beispiel eine Richtgröße zum Verhältnis zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammbelegschaft, Equal Pay, Equal Treatment, Qualifizierungsmaßnahmen sowie eine zeitliche Begrenzung des Einsatzes auf 36 Monate mit anschließender Option auf Übernahme. Auch die Charta der Zeitarbeit ist Basis für eine lokale Umsetzung an den unterschiedlichen Konzernstandorten. Sie stellt eine Weiterentwicklung bestehender Vereinbarungen und Erklärungen dar. Die Umsetzung der dort festgeschriebenen Standards hinsichtlich des Themas Zeitarbeit im Volkswagen Konzern erfolgt unter Berücksichtigung landesspezifischer gewerkschaftlicher Traditionen sowie gesetzlicher und tariflicher Regelungen in den jeweiligen Ländern. Die sich aus diesem Spannungsfeld im Einzelfall ergebenden Fragen bei der Umsetzung der Charta der Zeitarbeit, etwa Definitions- oder Auslegungsfragen, werden zum Beispiel im Rahmen konkreter Workshops aufgegriffen, analysiert und einer dem Geist der Vereinbarung entsprechenden Lösung zugeführt. Auch im Laufe des Jahres 2015 fanden unterschiedliche Umsetzungsaktivitäten und Workshops wie zum Beispiel bei ŠKODA AUTO, Bentley oder Scania statt. 

Bei Scania beispielsweise haben sich Unternehmen und Gewerkschaften für den Bereich der direkt Beschäftigten über zentrale Eckpunkte zur Umsetzung der Charta der Zeitarbeit geeinigt. In einem vereinbarten Stufenplan wurde unter anderem geregelt, dass der Anteil der Zeitarbeitnehmer im direkten Bereich 10 % nicht übertreffen soll und eine Übernahme von Zeitarbeitnehmern schon nach 24 Monaten geprüft wird. 

Betriebliche Sozialleistungen

Die Volkswagen AG übernimmt Zuschüsse zu Leistungen von Sozialversicherungsträgern, zum Beispiel Krankengeld, und unterstützt im Todesfall eines Mitarbeiters dessen Angehörige. Zudem versichert das Unternehmen jeden Beschäftigten im Rahmen einer Kollektiv-Unfallversicherung gegen Unfälle mit Todes- oder Invaliditätsfolge. In außergewöhnlichen wirtschaftlichen Notlagen gewährt die Volkswagen AG Mitarbeitern kurzfristige Darlehen.

In den Konzerngesellschaften im In- und Ausland profitieren die Mitarbeiter von weiteren betrieblichen Leistungen. Dazu zählen je nach Standort Transport- und Verpflegungszuschüsse, kostengünstiger Wohnraum, monatliche Kinderbetreuungszuschüsse sowie Vergünstigungen für ausgewählte Freizeitaktivitäten. Zusätzliche Leistungen in der Gesundheitsversorgung oder Rentenzusatzversicherungen runden das Angebot standortspezifisch ab.

Mit einer betrieblichen Altersversorgung leisten die Volkswagen AG sowie ihre Marken- und Tochtergesellschaften einen wichtigen Beitrag dazu, das Einkommen im Alter abzusichern. Neben den arbeitgeberfinanzierten Komponenten haben die Beschäftigten bei der Direktzusage die Möglichkeit, durch Entgeltumwandlung selbst Vorsorge aus dem Bruttoentgelt zu betreiben.

Die Direktversicherung ist eine weitere Möglichkeit der arbeitnehmerfinanzierten Vorsorge durch Entgeltumwandlung.

Das Zeit-Wertpapier der Volkswagen AG ist ein Instrument zur Verkürzung der Lebensarbeitszeit. Seit 1998 können Beschäftigte aus ihrem Bruttoentgelt und aus Zeitguthaben Beträge einbringen. Das aufgebaute Zeit-Wertguthaben kann für eine bezahlte Freistellung vor der Altersrente verwendet werden.